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Stadthagen Stadt Vereine: Bewegungsbecken zu teuer
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Vereine: Bewegungsbecken zu teuer
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00:22 28.03.2018
Symbolbild Quelle: Archiv
Stadthagen

Kirchhöfer führt aus, die Preiskalkulation, die eine Gebühr von 45 Euro pro Stunde vorsieht, sei seit Jahren bekannt gewesen – unter anderem auch dem Rat, der für das Bewegungsbecken gestimmt hat. Bei dem Betrag handelt es sich um die Mindestgebühr. Die Mitglieder einer Vereinsgruppe zahlen den normalen Eintritt ins Tropicana. Kommen sie gemeinsam nicht auf die 45 Euro, muss der Verein den fehlenden Betrag ausgleichen – indem sie den Rest auf die Kursteilnehmer umlegen.

Kleinere Gruppen sind also im Nachteil. Kirchhöfer gibt zu bedenken, so werde auch verhindert, dass im Extremfall zwei oder drei Schwimmer einfachen Eintritt zahlen und dann das gesamte Becken besetzen. Wer dagegen genügend Leute bringe, bekomme mit dem Bewegungsbecken ein „super Angebot“.

Weitere Nichtschwimmerkurse fraglich

Für den einen oder anderen Stadthäger Verein bedeutet das: Er kann sich das Bewegungsbecken nicht leisten. In einem Schreiben des SC Stadthagen heißt es, es sei fraglich, ob man zukünftig noch Nichtschwimmerkurse anbieten könne. Zum einen ließen sich den Eltern die Kosten einer kleinen Gruppe nicht auferlegen, zum anderen mache ein Schwimmkurs mit rund 15 Kindern keinen Sinn. In letztgenanntem Fall wären die 45 Euro abgegolten, denn Kinder und Jugendliche zahlen 3,50 Euro Eintritt ins Tropicana.

In einem Nichtschwimmerkurs dürfe es nicht mehr als fünf oder sechs Teilnehmer geben, sagt die SC-Vorsitzende Kathrin Hinrichsen. Immerhin gehe es zumeist um noch sehr junge Kinder. Derzeit geht sie davon aus, dass der SC seine Nichtschwimmerkurse weiter im herkömmlichen Tropicana-Becken anbieten wird. Ansonsten gäbe es wohl auch keine Teilnehmer mehr. „Ein Nichtschwimmerkurs von zehn bis zwölf Stunden kostet bei anderen Anbietern um die 100 Euro“, erklärt Hinrichsen. Der SC läge deutlich darüber, ginge er mit seinen Nichtschwimmern ins Bewegungsbecken.

DLRG mahnt seit Jahren

Olaf Böhlke von der Stadthäger DLRG nannte das Bewegungsbecken bei der jüngsten Versammlung der Ortsgruppe einen Schritt in die richtige Richtung. Der Vorsitzende gab aber auch zu verstehen, dass die Rettungsschwimmer sich das Becken bei der aktuellen Preisstruktur nicht leisten konnte. Immer wieder hatte in den vergangenen Jahren die DLRG angemahnt, es fehle Stadthagen an Lernorten für Schwimmer.

Mit acht Gruppen nutzt dagegen die Versehrten-Sportgemeinschaft Stadthagen (VSG) das Becken. Die Kosten bemerke der Verein durchaus, wenn es auch bei der VSG zumeist um Centbeträge pro Person geht, wie die Vorsitzende Alexandra Görlich erklärt. Noch gebe es keine Pläne, die Vereinsbeiträge zu erhöhen. Außerdem werde im Bewegungsbecken ja auch etwas geboten, sagt Görlich. jcp