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Verkehrsunfallstatistik: Trauriges Zehnjahreshoch

196 Mal hat es in Stadthagen gekracht Verkehrsunfallstatistik: Trauriges Zehnjahreshoch

In Stadthagen hat es im vergangenen Jahr deutlich häufiger auf der Straße gekracht als im Vorjahr.

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Große Verbundenheit

Stadthagen (ber). 196 Verkehrsunfälle mit Personenschaden hat die Polizei im Stadtgebiet registriert, 2013 sind dagegen nur 182 Menschen auf Stadthäger Straßen verletzt worden. Dabei handelt es sich jedoch keinesfalls um ein Problem, dass sich nur auf die Kreisstadt beschränkt.

„Landkreisweit ist die Zahl der Verkehrsunfälle auf einem Zehnjahreshoch“, verkündet der Leiter der Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg, Frank Kreykenbohm. 3527 Unfälle 2014 bedeuten eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent – und eine deutlich negativere Entwicklung als in Niedersachsen insgesamt, wo die Zahl der Unfälle um ein Prozent zugenommen hat. „Mindestens 3527 Mal waren die Verkehrsteilnehmer im Landkreis zu optimistisch“, sagt Kreykenbohm.

Schuld daran ist nach Ansicht des Polizeichefs auch das gute Wetter. „Der Winter war sehr mild und das Frühjahr warm und trocken. Dadurch wurde die Saison für Zweiradfahrer verlängert.“ Das schlägt sich auch in der Statistik nieder: 59 schwerverletzte Zweiradfahrer (2013: 41) sowie 125 verletzte Radfahrer (2013: 93) bedeuten eine deutliche Steigerung zum Vorjahr.

Insgesamt wurden 806 Personen bei Verkehrsunfällen im Schaumburger Land verletzt. Darunter 104 Schwerverletzte. „Das ist der zweithöchste Wert in den vergangenen zehn Jahren“, berichtet Kreykenbohm. Bei vier Unfällen kam jede Hilfe zu spät. Bei den Todesopfern handelte es sich nach Angaben der Polizei um „verkehrsschwache Teilnehmer“: Ein Fußgänger, ein Quadfahrer, ein Zweiradfahrer und ein 16-Jähriger, der mit dem Auto seiner Eltern gegen einen Baum geprallt war. „Bei den Unfällen mit Todesfolge ist es schwierig, von einem Trend zu sprechen. Wenn jemand von der Fahrbahn abkommt, ist es Glück oder Pech, ob da ein Baum steht“, erklärt Kreykenbohm.

Pech haben auch die Unfallopfer, bei denen der Verursacher das Weite sucht, bevor die Polizei kommt. Unfallflucht kommt im Landkreis immer häufiger vor. 846 Fälle hat die Polizei 2014 registriert, ebenfalls ein Zehnjahreshoch.

Als Risikogruppe gelten weiterhin jugendliche Verkehrsteilnehmer. Die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen war an 14,7 Prozent der Unfälle in Schaumburg beteiligt, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung bei lediglich 8,3 Prozent liegt.

Die Polizei setzt im Kampf für die Sicherheit auf den Schaumburger Straßen weiter auf Prävention und Abschreckung. „Wir werden uns weiterhin auf der Straße tummeln und den Verkehrsteilnehmern einen Kontrolldruck vermitteln“, betont Hauptkommissar Werner Müller. Denn: Nicht angepasste Geschwindigkeit bleibe die Unfallursache Nummer 1.

 

Risiko Handy

„Der Fahrer kam aus ungeklärter Ursache von der Straße ab.“ Dieser Satz ist häufig in Unfallmeldungen zu lesen. Dabei gibt es in der Statistik einen blinden Fleck. Nach Ansicht von Polizeichef Frank Kreykenbohm ist der deutliche Anstieg der Verkehrsunfälle in Schaumburg auch auf die zunehmende Ablenkung durch „Kommunikationsmedien“ zurückzuführen. „Wenn ein Autofahrer fünf Sekunden lang bei Tempo 50 auf sein Handy guckt, legt er dabei 70 Meter im Blindflug zurück.“ Zwar gebe es noch keine Statistik, wie oft Ablenkung die Ursache für einen Unfall gewesen ist, die Polizei geht jedoch von einer hohen Zahl aus. „Bei einer Befragung haben ein Drittel der Frauen angegeben, dass sie während der Fahrt SMS schreiben“, berichtet Kreykenbohm. 2014 sind laut Polizei in Schaumburg 570 Autofahrer mit dem Handy am Steuer erwischt worden. „Laut eines Verkehrspsychologen liegt die Dunkelziffer bei 1:3400. Das würde bedeuten, dass es jährlich im Landkreis zwei Millionen Verstöße gegen das Handyverbot gibt.“ Erschwerend hinzu komme die Überlastung der Menschen im Berufsleben. „Die Aufmerksamtkeit der Menschen ist heute in viele Richtungen gefordert. Im Straßenverkehr fehlt dann die Konzentration.“ ber

tbh
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