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Versprochen ist erbrochen

Stadthagen / Waem-Slam Versprochen ist erbrochen

„Waem“ waren gefragt: Worte aus eigenem Mund. In der Alten Polizei ging der fünfte Dichter- und Vortragswettbewerb über die Bühne. Sieben erfahrene Wort-künstler aus dem norddeutschen Raum stellten sich dem von Klaus Urban initiierten und moderierten Waem-Slam.

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Annika Blanke gewinnt den fünften Waem-Slam.

Quelle: sk

Stadthagen (sk). Selbst geschrieben musste der Beitrag sein, im Vortrag nicht länger als sechs Minuten beanspruchen, und Requisiten – es sei denn Zettel zum Ablesen – waren nicht erlaubt. Selbst diese brauchte Annika Blanke aus Oldenburg nicht. Rhythmisch, teilweise in einen Singsang übergehend, bot sie feinsinnige Innenansicht („Ich würd’ gern mal den Verstand verlieren, nur um zu hören: ,Sie haben da was verloren.‘“) und sinnierte über die Welt, in der es keine Tellerminen, sondern Teller geben solle. Text und Vortragskunst der kleinen Frau mit kurzen Haaren aus Oldenburg kamen beim Publikum am besten an. Die Zuhörer werteten mit Applausstärke und Zahlenkarten die Beiträge und kürten Blanke schließlich zur Siegerin.

Michael Göre aus Bielefeld widmete sich dem Beziehungsfrust, beschrieb eher lustig als martialisch und vor allem temporeich „112 Wege, seine Ex-Freundin zu töten“. Schnell rückte die eigene Mutter ins Lebenslamento, die Mutter, die, was dem Sohn auch widerfuhr, stets „Suppe und Socken“ schickte. Langen grausigen Beispielzeilen der mütterlichen Fürsorge folgte die kleinlaute Erkenntnis: „Warmer Bauch, warme Füße: Das hilft.“

„Politik, Politik“ und „Quatsch mit Sozi“ servierte am Beginn des Abends und außer Konkurrenz der Dresdener Satire-Preisträger 2014, René Sydow. Er wertete Wahlzusagen als „versprochen ist erbrochen“ und zeigte auf: „Der Scheck heiligt die Mittel.“ Afrika, bedauerte Sydow sarkastisch, liege am Boden wegen Ebola: „Aber keine Sorge: Den Boden wird man noch wegziehen.“

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