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Verurteilter Noch-Arzt

Stadthagen / Zulassung gefährdet Verurteilter Noch-Arzt

Ob der wegen sexueller Übergriffe auf Patientinnen zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilte Stadthäger Mediziner seine Zulassung verliert, ist noch offen.

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Quelle: Symbolbild

Von Jan-Christoph Prüfer

Stadthagen. Der Entzug der Approbation sei nicht zwangsläufig Folge einer Verurteilung vor Gericht. Das hat Holger Steinwede, Geschäftsführer des Niedersächsischen Zweckverbandes zur Approbationserteilung, jetzt mitgeteilt.

Steinwede will sich nicht dazu äußern, wie wahrscheinlich eine Entziehung der Zulassung im konkreten Fall ist. Fest stehe aber: „Ohne Weiteres geht das nicht.“ Die Bundesärzteordnung schreibe den Entzug nach strafrechtlicher Verurteilung nicht vor. So passiere es, dass Ärzte bei der Anhörung vor dem Zweckverband eine andere Version der Geschichte schildern als vor Gericht.

„Da wird dann gesagt, man habe zum Beispiel einen Betrug nur zugegeben, um sich dem langen Verfahren und dessen Begleitung durch die Presse zu entziehen“, sagt Steinwede. Allerdings: Ist die Zulassung nach einer Verurteilung erst einmal weg, „hält das vor Gericht“, so Steinwede.

Der 65-jährige Arzt hat unter anderem eine Frau 15 Minuten lang im Intimbereich massiert. Das Opfer sagte vor Gericht, es habe sich „wie eine Vergewaltigung mit der Hand“ angefühlt. Begründung für einen Entzug der Zulassung wäre, dass der Arzt sich seines Berufs als „unwürdig“ erwiesen habe.

„Bei ,unwürdig‘ handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff“, erklärt Steinwede. Es gebe aber ausreichend Verfahren, an denen sich „unwürdiges“ Verhalten festmachen ließe. Die offizielle Definition laute, dass ein Mediziner „nicht mehr das Ansehen und das Vertrauen genießt, die zur Ausübung des Berufs erforderlich sind“.
Steinwede rechnet mit einer Entscheidung in der kommenden Woche.

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