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Verwaltung prüft Bau einer eigenen Glasfaser-Infrastruktur

Ins Netz gegangen Verwaltung prüft Bau einer eigenen Glasfaser-Infrastruktur

Die Stadtverwaltung prüft derzeit die Möglichkeit, ein eigenes Glasfasernetz für die DSL-Versorgung aufzubauen. Hintergrund sind Erhebungen des Landkreises in Sachen DSL-Versorgung. Diese hatten ergeben, dass insbesondere in den Ortsteilen und den Randlagen der Kreisstadt Bedarf nach Übertragungsraten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde besteht.

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Stadthagen (bes). „Im Moment stellt sich die Situation als nicht ausreichend dar“, bringt es Bürgermeister Oliver Theiß auf den Punkt. Nach Aussage des Rathauschefs würde die Stadt das eigene Glasfasernetz an ein Telekommunikationsunternehmen verpachten. Die Konditionen seien dabei mit dem Versorger frei verhandelbar, so Theiß. Bei einer entsprechenden Kundenzahl werde das Netz kostenneutral betrieben. Es sei sogar möglich, Einnahmen über das Projekt zu erzielen, betont Theiß.
Der Aufbau eines städtischen Glasfasernetzes sei allerdings nur eine Option, um die Ortsteile und Randlagen mit hohen Internet-Übertragungsraten zu versorgen. Derzeit gebe es auch Gespräche mit Unternehmen, um bestehende Leitungen in Stadthagen auszubauen. „Das ist allerdings nur eine Ertüchtigung“, macht Theiß deutlich. Zudem müsse sich die Stadt an dem Projekt finanziell beteiligen. Das Geld müsse dann entweder aus dem Haushalt bereitgestellt werden oder über Förderprogramme eingeworben werden. „Das Geld bekommt in jedem Fall das Unternehmen, ist quasi weg“, betont Theiß.
Zudem sei auch nicht klar, ob die anvisierten 50 Megabit pro Sekunde auch langfristig ausreichen. „Die Datenmengen haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen“, verdeutlicht Wirtschaftsförderer Lars Masurek. Nicht nur bei den Unternehmen sei der Bedarf gestiegen, auch Privatpersonen verlangten immer höhere Übertragungsraten. „Wenn wir das Netz für 50 Megabit pro Sekunde ertüchtigen, besteht die Gefahr, dass wir und das Unternehmen in ein paar Jahren erneut in die Infrastruktur investieren müssen“, führt Theiß weiter aus. „Ob dann jedoch Förderprogramme genutzt werden können, ist ungewiss“, ergänzt Masurek. Vor diesem Hintergrund habe der Aufbau eines eigenen Glasfasernetzes einen gewissen Reiz, auch wenn ein solcher Schritt einigen Mut erfordere und gut überlegt sein müsse.
Laut Theiß sammelt die Verwaltung derzeit noch Daten, um das Projekt in den kommenden Wochen dem Rat vorstellen zu können. „Wir wollen noch in diesem Jahr eine Entscheidung“, drückt der Verwaltungschef aufs Tempo. „Die Politiker müssen dann auch sagen, woher das Geld für die Projekte kommen soll.“ Theiß rechnet damit, dass das Vorhaben innerhalb von zwei Jahren umgesetzt werden kann, „wobei nicht mal gesagt ist, dass der Neubau eines städtischen Glasfasernetzes länger dauert als die Ertüchtigung“.
Derzeit wird nach Aussagen von Theiß und Masurek in vielen Orten, insbesondere in Süddeutschland, der Aufbau eigener DSL-Netze diskutiert und angeschoben. „Die Erfahrungen sind bisher positiv“, macht der Rathauschef deutlich.
Theiß und Masurek halten den grundsätzlichen Ausbau der Internet-Infrastruktur für unumgänglich. Dabei gehe es nicht nur darum, neue Unternehmen anzusiedeln und potenzielle Neubürger anzulocken. „Mittlerweile hat die Übertragungsrate denselben Stellenwert wie die Verkehrsanbindung, etwa wenn Kinder das elterliche Haus übernehmen wollen oder einen Käufer suchen“, sagt Masurek.

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