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Stadthagen Stadt Verwaltung soll Antworten liefern
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Verwaltung soll Antworten liefern
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00:36 16.04.2018
Quelle: dpa
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Stadthagen

Die SPD/FDP/Grüne-Gruppe hat jetzt eine Anfrage in Sachen Kita-Trägerschaft für die neu geplante Einrichtung gestellt, um für eine „seriöse Entscheidungsgrundlage“ zu sorgen, wie Gruppensprecher Jan-Philipp Beck erklärt.

 Da es ihrerseits keine Bedenken gegen einen der beiden Bewerber – Arbeiterwohlfahrt Schaumburg und Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland – gebe, sei es Aufgabe der Verwaltung, die Kostenfrage schlüssig darzulegen und darüber hinaus eine fachliche Einschätzung abzugeben.

 Die im Raum stehenden 100.000 Euro, die der städtische Zuschuss für die Awo jährlich betragen würde, setzt sich nach Becks Verständnis aus zwei Komponenten zusammen. Die Betriebskosten hat die Awo mit knapp 80.000 Euro angesetzt, angelegt an den Erfahrungen aus der Kita Fasanenweg, die sie seit 2009 führt.

Geringere Kosten bei Neubau

Geschäftsführerin Heidemarie Hanauske hatte in der Ausschusssitzung am Donnerstag dargelegt, dass sie davon ausgehe, dass diese Summe bei einem Neubau um einiges geringer ausfallen dürfte. So ist auch zu erklären, dass die PLSW mit Kosten von circa 35.000 gerechnet hat. Faktisch nähmen sich die Betriebskosten natürlich bei beiden Trägern nichts.

 Auch die Finanzhilfe des Landes, erklärt Beck, fiele bei beiden Trägern gleich hoch aus. In der „Arbeitshilfe des Landes“ ist diese für die Awo mit 288.000 Euro ausgewiesen, bei der PLSW sind es 345.000 Euro – also eine addierte Differenz aus Betriebskosten und Finanzhilfe von 100.000 Euro zwischen beiden Anbietern. „Wir wollen eine schlüssige Erklärung und generell wissen, welche Kostenstellen letztlich ausschlaggebend sind“, betont Beck. Die Verwaltung müsse dies in eine vergleichbare Form bringen.

 Für den SPD-Politiker gibt es aber noch einen weiteren wichtigen Aspekt: „Wir wollen gerne wissen, ob die Verwaltung aus fachlicher Sicht eine Entscheidungshilfe sieht.“ Erfülle beispielsweise vor dem Hintergrund der vielen Kinder mit Migrationshintergrund eines der pädagogischen Konzepte die Bedarfe Stadthagens besser? „Wir müssen jetzt einen Strich machen und uns auf die entscheidenden Kriterien konzentrieren, aktuell ist es zu unübersichtlich.“

Irgendwo  verrechnet

 Die CDU, die sich in der Sitzung bereits deutlich für die PLSW ausgesprochen hat, sieht eine neue Beurteilung der Lage nur als notwendig an, wenn es neue Informationen seitens der Stadt gibt, wie Heiko Tadge sagt. Als „ärgerlich“ und „verwirrend“ bezeichnet der CDU-Fraktionsvorsitzende, dass der städtische Zuschuss für die Awo zweimal neu berechnet wurde. Von 411.000 Euro (9. Januar) sank dieser erst auf 342.000 Euro (26. Februar) und letztlich wieder auf 387.000 Euro (12. März).

Ob der Fehler bei der Awo oder der Verwaltung lag, sei nicht ersichtlich. Irgendjemand müsse sich irgendwo verrechnet haben. Letztlich liege die Awo aber auch bei den Sach- und Verwaltungskosten über der PLSW.

 Für Tadge steht fest: „Wir werden uns für das günstigere Angebot entscheiden“ – selbst dann, wenn es um nur einen Euro Unterschied gehe. Zumal beide Träger verlässliche Partner seien, wobei die Lebenshilfe die Einrichtung mit mehr Erfahrung im Betrieb von Kindertagesstätten sei. col

 

Kommentar

 Als „Arbeitshilfe“ für die Ausschussmitglieder wollte die Verwaltung die Gegenüberstellung der beiden Träger-Bewerbungen verstanden wissen. Funktioniert hat das nicht. Die Hilfe hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Da durchweg alle Parteien kommuniziert haben, sich für das günstigere Angebot entscheiden zu wollen – angesichts der defizitären Haushaltssituation nachvollziehbar – hätte die Verwaltung die Zahlen verständlich und transparent aufarbeiten müssen. Da hat sie ganz klar ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Bei Nachfrage auf die Träger zu verweisen, kann da nur als Trotz-Reaktion interpretiert werden. Das ist weder der Politik noch Awo und PLSW gegenüber fair.

Von Mira Colic

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