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Verwaltung und Politik machen Tempo

Hochwasserschutz in Stadthagen Verwaltung und Politik machen Tempo

Es ist mittlerweile ein Politikum geworden in Stadthagen – der Hochwasserschutz. Die Bemühungen um einen optimalen Schutz in der Weststadt sind jetzt einen Schritt vorangekommen. Das Ingenieurbüro Sönnichsen&Partner (Minden) hat in der vom Rat eingerichteten, nicht öffentlich tagenden Arbeitsgruppe einen Vergleich von zwei vorgeschlagenen Modellen vorgelegt.

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Regelmäßig tritt der Krumme Bach bei Starkregen über seine Ufer und überschwemmt die Enzer Straße.

Quelle: rg

STADTHAGEN. Dabei geht es – wie berichtet – zum einen um ein Konzept, das das Stadthäger Ingenieurbüro Kirchner im Auftrag der Stadt erarbeitet hat und das im Kern zwei große Rückhaltebecken im Bereich der Enzer Straße vorsieht. Dazu gibt es einen Alternativvorschlag von Ehrenamtlichen der Lokalen Agenda21, der auf eine Verwallung südlich der Enzer Straße zielt.

Das Mindener Fachbüro hat nach Auskunft des städtischen Bauamtsleiters Gerd Hegemann den Alternativvorschlag „fachlich so aufbereitet und mit technischen und finanziellen Zahlen hinterlegt, dass er vergleichbar wird“. Das Büro habe dann in tabellarischer Form Vor- und Nachteile beider Modelle gegenübergestellt. Dabei gebe das Fachbüro letztlich keine Empfehlung für eines der Modelle ab, „es hat auch keine Vorentscheidung gefällt“, berichtet Hegemann. Die Expertise sei aber „eine gute Grundlage für eine politische Entscheidung“.

Einigkeit in der Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern der Verwaltung, der Fraktionen, der Unteren Wasserbehörde und des Fachbüros. Es ist nach Angaben von Hegemann in der Arbeitsgruppe vereinbart worden, die Expertise des Fachbüros zeitnah in einer interfraktionellen Sitzung allen Ratsmitgliedern vorzustellen. „Im ersten Quartal 2018“ soll die Verwaltung dann eine Vorlage für den Planungs- und Bauausschuss erstellen, um die politische Entscheidung einzuleiten. Parallel beraten die Fraktionen über das Thema.

In der Arbeitsgruppe habe Einigkeit bestanden, „dass wir möglichst zeitnah eine Entscheidung brauchen, damit die Umsetzung beginnen kann“, ließ ein Teilnehmer verlauten. Die Expertise des Fachbüros habe mehr Klarheit gebracht, sei der Eindruck in der Arbeitsgruppe gewesen. Einig sei man sich darüber, dass man die Wahl zwischen zwei geeigneten Modellen habe, keines scheide von vornherein aus. Ute Hartmann-Höhnke (SPD), die Vorsitzende des Planungs- und Bauausschusses, sagte auf Anfrage, sie habe das Gefühl, dass alle vorangekommen sind. Sie sei „guter Dinge, dass wir im ersten Quartal zu einer Entscheidung kommen“.

Kosten bleiben nicht außer Acht

Nach Darstellung von Teilnehmern besteht die Notwendigkeit, eine Grundentscheidung über die gewünschte Größenordnung des Hochwasserschutzes in der Weststadt zu fällen. Das Modell mit den Rückhaltebecken umfasse ein Stauvolumen von insgesamt 32000 Kubikmetern, der Alternativvorschlag mit dem Wall rund 100000 Kubikmeter. Maßgeblich sei zudem, in welchem Ausmaß bei dem jeweiligen Modell Grunderwerb getätigt werden muss und wie man mit den betroffenen Grundstücksbesitzern klarkommen würde. Letztlich spiele die Kostenfrage eine maßgebende Rolle.

Hartmann-Höhnke merkte an, Politik und Verwaltung würden parallel Möglichkeiten prüfen, durch kurzfristige Maßnahmen zur Entspannung der Hochwassergefährdung in der Weststadt beizutragen. Allerdings würde es dafür kein Fördergeld geben. Mit Blick auf die Bäche scheint das nach der Tauperiode sowie den anhaltenden Regenfällen auch dringend notwendig. Die Spannungsgrenze ist in vielen Fällen bereits erreicht.  ssr

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