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Viel Anerkennung und eine scharfe Kritik

100 Tage Stadthagens Bürgermeister Viel Anerkennung und eine scharfe Kritik

100 Tage sitzt Oliver Theiß (48), der parteilose Quereinsteiger, nun auf dem Stuhl des Stadthäger Bürgermeisters – Zeit für eine erste Bilanz.

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Hat sich eingelebt: Seit 100 Tagen sitzt Oliver Theiß am Amtstisch des Bürgermeisters.

Quelle: rg

Von Stefan Rothe Stadthagen. Von Stefan Rothe

Stadthagen. 100 Tage sitzt Oliver Theiß (48), der parteilose Quereinsteiger, nun auf dem Stuhl des Stadthäger Bürgermeisters – Zeit für eine erste Bilanz.

Diese fällt aus Sicht des Sprechers der rot-grünen Mehrheitsgruppe im Rat, Jan-Philipp Beck , unverhohlen kritisch aus. Theiß sei zwar „sehr bemüht, sich in politische Prozesse, die neu für ihn sind, einzudenken“. Doch „in den wichtigen Zukunftsfragen lässt er einfach zu viel ungeklärt“, kommentiert Beck scharf. Bei Themen wie Verkehrsführung, Facharztzentrum und Altstadtkonzept „hält er sich zu sehr raus“. Beck schonungslos weiter: „Wir erwarten von einem Hauptverwaltungsbeamten klarere Positionen und mehr eigene Initiativen und Vorstöße.“ Regelrecht „verwundert“ zeigt sich Beck, dass Theiß beim Etatentwurf „bei den Themen Tropicana und Bürgerbeteiligung so viel offen gelassen hat“. Zu berücksichtigen sei außerdem, dass Theiß „noch von den Vorarbeiten seines Vorgängers profitiert“, wie Beck mit Blick auf Ex-Verwaltungschef Bernd Hellmann (SPD) hinzufügt.

Deutlich anders fällt der Tenor von Günther Raabe , dem Vorsitzenden des Stadtmarketing Stadthagen (SMS) aus: „Der Eindruck ist bisher durchaus positiv.“ Theiß zeige sich „den Bedürfnissen und Sorgen der Kaufmannschaft gegenüber aufgeschlossen“.

„Insgesamt in Ordnung“ war der Start von Theiß in den Augen von CDU-Fraktionschef HeikoTadge : „100 Tage sind zu kurz, um Herausragendes zuleisten oder große Fehler zu machen.“ Und: „Dass er in dem einen oder anderen Zusammenhang noch etwas unsicher ist, muss man ihm zugestehen.“ Das gelte auch für sein Auftreten bei Repräsentationsanlässen. Aber: „Da wird er von Termin zu Termin besser“, urteilt Tadge. Sein Eingreifen in Sachen Gewaltvorfälle an der Grundschule Am Sonnenbrink sei „richtig und wichtig“ gewesen.

Nach dem Eindruck von  Günther Bartels , dem Vorsitzenden des Verkehrsvereins, ist Theiß „sehr bürgernah und kommunikativ“. Er pflege eine „offene und vertrauensvolle Gesprächskultur“. Bartels weiter: „Theiß geht die Sachfragen vorurteilsfrei an und legt offenbar großen Wert darauf, verabredete Dinge zeitnah umzusetzen.“

„Dafür, dass Theiß in der Kommunalpolitik der Stadt ein völliger Neuling ist, hat er die ersten 100 Tage prima gemeistert“, verteilt Richard Wilmers , Sprecher der Ratsgruppe WIR/FDP, gute Noten. Der Neue kümmere sich um Bürgeranliegen wie Sauberkeit und Trinkerszene und werde bei aktuellen Problemen wie den Gewaltvorfällen Am Sonnenbrink selbst aktiv, was alles zu begrüßen sei.

„Ganz umgänglich“ findet Stadtbrandmeister Rolf Bruns den neuen Verwaltungschef: „Er hat Talent, in Konflikten zu vermitteln.“ In den ersten 100 Tagen habe Theiß „sich eher noch etwas vorsichtig verhalten“. Das sei aber auch verständlich, findet Bruns.

Schwieriger Spagat

Den Spagat zwischen knappen Finanzmitteln und eigenen politischen Gestaltungswünschen hinzubekommen“ – das sei in den ersten 100 Tagen die schwierigste Herausforderung für ihn gewesen, blickt Oliver Theiß auf seinen Amtseinstieg zurück.

In diesem Rahmen habe er bisher vor allem zwei Akzente gesetzt: Einen für die Jugend durch Befürwortung der Stelle für einen zweiten Jugendpfleger. Zweitens: „Ich habe die geplante Investition für ein Bewegungsbecken am Tropicana erst mal gestoppt, um die Möglichkeit offenzuhalten, sich auch für ein Außenbecken zu entscheiden, wenn nur eins von beidem finanzierbar sein sollte.“

„Sehr zufrieden“ zeigt sich Theiß, wie gut er in der Verwaltung aufgenommen worden sei: „Da kann ich mich nur bedanken.“ Dasselbe gelte im Grundsatz auch für das politische Umfeld, in dem „hier eine gute Kommunikation vorhanden ist – besser als erwartet“.

Überrascht worden sei er umso mehr „vom frühen Zeitpunkt“ der Angriffe von SPD und Grünen, „vor allem, dass es teilweise auch gegen meine Person gegangen ist und meine Familie mit hineingezogen wurde“. 

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