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Viele Drittklässler können nicht schwimmen

Plätze in Kursen fehlen Viele Drittklässler können nicht schwimmen

Die DLRG ist alarmiert: Bundesweit ein Drittel der Kinder könne nicht richtig schwimmen. Um die Kreisstadt ist es laut DLRG-Schwimmlehrerin Ute Laser nicht wesentlich besser bestellt: „Es stimmt. Nicht nur bei den Flüchtlingen, auch bei deutschen Kindern beobachten wir diesen Trend.“

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Quelle: dpa

Stadthagen. Beim Grundschulschwimmen in den dritten Klassen prangt nicht mehr ein Abzeichen auf jeder Badehose. „Während in diesem Alter früher deutlich über die Hälfte schwimmen konnte, ist es in den vergangenen zehn Jahren eher weniger als die Hälfte geworden“, bestätigt Markus Peters, stellvertretender Rektor der Grundschule am Sonnenbrink.

Als einer von zwei Lehrkräften begleitete Peters zuletzt den Schwimmunterricht von 23 Schülern. „Mit fünf Schwimmern haben wir angefangen, am Ende des Halbjahres konnten wir 17 Seepferdchen verbuchen, von denen mehr als zehn noch das bronzene, ein paar sogar das silberne Schwimmabzeichen erreichen konnten“, sagt Peters. „Es ist schön zu sehen, wie sich die Kinder freuen. Die Abzeichen sorgen immer noch für viel Motivation.“

Dennoch sei eine Handvoll Schüler als Nichtschwimmer aus dem Unterricht gegangen. „Manche sind noch nie in einem Schwimmbad gewesen und haben große Angst davor, allein den Kopf einmal unter Wasser zu tauchen“, sagt der Pädagoge. Über Geduld und Gewöhnungsspiele, das Mitgehen, Halten und Bewegen im Wasser werde die Grundangst langsam überwunden. Entscheidend sei immer noch, ob die Eltern die Kinder ihrerseits in Schwimmkurse stecken oder sich beispielsweise im Urlaub mit ihnen in die Fluten wagen.

Platzprobleme im Tropicana

Ausreichend Kapazitäten, um alle Kinder „wasserfest“ zu machen, hat die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) aber nicht. Es fehle an Platz und Zeit für Kurse im Tropicana. „Unsere Schwimmgruppen sind leider voll. Etwa 85 Prozent der Anfragen müssen wir ablehnen“, bedauert Laser.

Die Gymnasien und auch die Integrierte Gesamtschule stellen seit Jahren über Schwimm-AGs sicher, dass sich jeder Fünftklässler über Wasser halten kann. Einen großen Rückgang bei den Schwimmabzeichen in der Unterstufe haben die Schulleitungen in den vergangenen Jahren aber nicht feststellen können. Meist seien es kaum mehr als fünf, die als Nichtschwimmer eingeschult werden, um dann in der AG fit gemacht zu werden.

Verhaltensregeln besprochen

Durch die bald auslaufenden Sprachlernklassen stechen die Flüchtlinge in der Altersgruppe aber noch heraus. „Die waren so motiviert und ehrgeizig, dass sie in der AG 30 Seepferdchen und auch einige bronzene Abzeichen erreichen konnten, eine wahre Freude“, sagt Petra Vollbrecht, Sportbereichsleiterin des Ratsgymnasiums, begeistert. Anstatt mit dem herkömmlichen Badeanzug kleideten sich viele der Mädchen mit dreiviertellanger Hose und Synthetik-Shirt, was mit der Badeanstalt abgestimmt wurde.

„Auch Verhaltensregeln haben wir besprochen. Einige Schülerinnen waren überrascht, weder Unterhose noch BH unter der Badekleidung tragen zu dürfen“, so Vollbrecht. Auf größere kulturelle Vorbehalte der Eltern seien die Pädagogen aber selten gestoßen. Nur einmal haben sich nach Vollbrechts Erinnerung Eltern in den vergangenen Jahren komplett geweigert, ihre Tochter am Schwimmen teilnehmen zu lassen.  geb

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