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„Viele wechseln den Wohnort“

Die Folgen eines Überfalls „Viele wechseln den Wohnort“

Derzeit läuft der zweite Prozess um einen bewaffneten Überfall auf ein Ehepaar im Stadthäger Villenviertel. Nach Expertenmeinung ist eine solche Erfahrung noch schlimmer, wenn man sie in den eigenen vier Wänden durchmacht. Aber wie kann man den Opfern solcher Taten helfen?

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Quelle: PR.

STADTHAGEN. Damit beschäftigt sich der Weisse Ring. Der ehrenamtlichen Organisation für Opferhilfe zufolge bietet ein Zuhause vor allem eines: Sicherheit. Diese Sicherheit wird jedoch genommen, wenn sich jemand mit Gewalt Zutritt verschafft, den Besitz durchwühlt und die Bewohner im schlimmsten Fall persönlich bedroht.

Damit hat auch Anke Heldt Erfahrung. Die Leiterin der Außenstelle Schaumburg des Weissen Rings sagt: „Die meisten fühlen sich nach so etwas unwohl in ihrem Zuhause.“ Hätte der Täter zum Beispiel auf dem Bett gesessen, könnten sie nicht mehr darin schlafen. „Viele wechseln den Wohnort, müssen ihre Eigentumswohnungen oder Häuser verkaufen“, weiß Heldt.

Langfristige Nachwirkungen

Auch langfristige Nachwirkungen gehören bei den Opfern zum Alltag. „Es gibt Leute, denen schon ein Gespräch hilft“, sagt Heldt. Es komme aber auch vor, dass Betroffene Zwangsstörungen entwickeln. Zum Beispiel kontrollierten sie drei oder vier Mal, ob die Haustür auch wirklich abgeschlossen ist. Häufig bekommen Opfer zudem auch lange nach der Tat noch Panikattacken. „Das kann dann sogar bis zur vollständigen Erwerbsunfähigkeit gehen“, erklärtHeldt.

In jüngster Zeit nehmen der Außenstellenleiterin zufolge besonders viele die Hilfe des Rings in Anspruch. Im Jahr seien es meist um die 70 bis 110 Personen. Der Weisse Ring verfügt bundesweit über 420 Außenstellen mit circa 3300 Helfern.

Professionelle Hilfe durch Psychologen

Sie nehmen sich Heldt zufolge der Betroffenen an und unterstützen diese, so gut es geht – etwa mit einfachen Gespräche erfolgen oder als Begleitung im Alltag, aber auch als Beistand während der Gerichtsverhandlungen. Außerdem arbeite der Weisse Ring mit Psychologen zusammen, sodass die Opfer bei Bedarf zeitnah professionelle Hilfe erhielten.

Die Mitarbeiter der Organisation gäben Tipps zum Schutz des eigenen Heims. Abschließbare Fenster oder kompliziertere Türschlösser könnten Heldt zufolge eine Möglichkeit sein, das Sicherheitsgefühl zurückzubringen. cs

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