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Stadthagen Stadt Volksbank verabschiedet Wiedbrauck
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Volksbank verabschiedet Wiedbrauck
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13:38 09.06.2015
Ein Bild aus dem Archiv: der junge Wiedbrauck im Außeneinsatz.
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Stadthagen/Hameln

Von Thomas Thimm

Wiedbrauck geht Ende des Monats in den Ruhestand. Dann, an seinem letzten Arbeitstag, wird er im Rahmen eines großen Festes in Buchhagen seinen Mitarbeitern „Auf Wiedersehen“ sagen.

Als Wiedbrauck am 1. Oktober 1988 zum Vorstandschef der damaligen Volksbank Hameln berufen wurde, hieß es in einer damals noch auf Schreibmaschine verfassten Pressenotiz: „Der Bankdirektor gilt als erfahrener und anerkannter Spezialist auf dem Gebiet der Betriebswirtschaft, des Controllings und des Marketings im Bankwesen.“ Mit dem damals 37-Jährigen vollzog die Volksbank Hameln seinerzeit einen Generationswechsel. Jetzt, 27 Jahre später, folgt die wiederum nächste Generation: Dieses Mal macht Wiedbrauck Platz – und Michael Joop, der bereits seit 2005 im Vorstand sitzt, rückt nun für ihn an die Spitze. Bislang zeichnet Joop im Vorstand für das Dienstleistungs- und Kundengeschäft verantwortlich.

Ein Meilenstein in der Geschichte des Kreditinstituts war die Fusion mit der damaligen Volksbank Stadthagen im Jahr 2004. Zuvor hatten die Mitarbeiter der beiden Häuser rund 17 Monate an der Umsetzung gefeilt. Wiedbrauck und sein Vorstandskollege Günther Bartels sahen in dieser Fusion einen „Zukunftsschritt in der Region, um Arbeitsplätze zu sichern“. So sollten Synergieeffekte auch etwa zu einer besseren Positionierung am Markt beitragen. Bereits in den Jahren zuvor war die damalige Volksbank Hameln durch das Zusammengehen mit Genossenschaftsbanken im Landkreis Hameln-Pyrmont kräftig gewachsen.

Wiedbrauck geht zu einem Zeitpunkt in Rente, zu dem die Volksbank mit guten Geschäftszahlen dasteht und sich eine führende Position im Weserbergland erarbeitet hat. In Zahlen lautet Wiedbraucks Abschiedsgeschenk an seinen Nachfolger: 71000 Kunden und eine Bilanzsumme von 1,2 Milliarden Euro.

Aufsichtsratschef Hans-Detlev von Stietencron lobte ihn bereits: „Unsere Bank ist eigenkapitalstark und wurde stets zukunftsorientiert und sehr betriebswirtschaftlich geführt. Das ist sein Verdienst. Er hat die Bank stets wie ein Unternehmer geführt. Den Kunden ist er ein verlässlicher Geschäftspartner, im Wirtschaftsleben kennen wir ihn als geschätzte und gefragte Persönlichkeit, die Mitarbeiter erleben ihn als starke Führungsperson. Auf sein Wort ist Verlass.“

„Ich habe noch mit Lochkarten und mit Klarschriftstreifen gelernt“, erinnert sich Wiedbrauck mit einem Blick zurück an das Jahr 1972. Damals begann er seine Ausbildung bei der Volksbank. Zuvor hatte der Zahlenmensch die landwirtschaftliche Lehranstalt besucht und die Prüfung zum staatlich geprüften Wirtschafter in der Landwirtschaft abgelegt. Dass er den elterlichen Hof schließlich doch nicht übernommen hat, lag daran, dass sein Vater nach dem Abschluss und der Bundeswehrzeit erst 49 Jahre alt war. Am Ende entschied sich Heinz-Walter Wiedbrauck für die Hamelner Volksbank und wurde zum Bankkaufmann umgeschult.

Was folgte, war eine Karriere wie im Bilderbuch: Innerhalb weniger Jahre durchlief er diverse Abteilungen, 1982 wurde ihm Prokura erteilt, 1985 rückte er in den Vorstand der Bank auf, bis er schließlich 1988 auf dem Chefsessel Platz nahm.

Die 2011 zunächst anvisierte Fusion mit der Volksbank in Schaumburg stoppte Wiedbrauck überraschend: „Eine Fusion lebt vom Vertrauen. Dieses Vertrauen war nicht mehr gegeben“, sagte er vielsagend.

Wiedbrauck selbst über seine Arbeit: „Als ich 1972 angefangen habe, hatte die Volksbank Hameln 75 Mitarbeiter, jetzt sind es 220. Die Mitgliederzahl hat sich seitdem von 3860 auf 38000 erhöht. Die Bilanzsumme ist von 42,6 Millionen Euro auf etwa 1,2 Milliarden gewachsen.“ Was Wiedbrauck neben allen Zahlen wichtig ist, ist der Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern. Er will verbindlich sein. In jeder Hinsicht. Für ihn gilt noch der Satz: „Ein Mann, ein Wort. Dazu stehe ich.“

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