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Vom Untergang und Wiederaufbau

Stadtbücherei in Stadthagen Vom Untergang und Wiederaufbau

Angefangen hat es mit 199 Bänden, die in der Alten Lateinschule ausgeliehen werden konnten. Im kommenden Jahr feiert die Bibliothek, deren Geschichte von Umzügen und von einem Totalverlust des Bestandes 1997 in Folge eines Brandes geprägt ist, ihr 111-jähriges Bestehen.

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Symbolbild

Quelle: dpa

STADTHAGEN. Heute verfügt die Stadtbücherei über mehr als 36000 Medien. Am 15. Oktober 1906 wurde in Stadthagen auf Betreiben von Pastor Hermann Walzberg der Verein „Lesehalle“ gegründet. Laut Vereinssatzung sollte dieser vorrangig der Information von Gewerbetreibenden und Kaufleuten dienen, aber auch dem allgemeinen Unterhaltungs- und Bildungsbedürfnis. In einem Raum der Alten Lateinschule startete der Ausleihbetrieb mit damals 199 Bänden. Eine öffentliche Volksbücherei mit jährlich rund 5000 Ausleihen wurde die Bücherei dann 1928. Sechs Jahre später übernahm die Stadt die Bücherausleihe. Seitdem trägt sie den Namen Stadtbücherei.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Bücherei ihr Domizil in der Lateinschule aufgeben. Der Raum wurde als Volksküche benötigt. Die Bücherei zog in den Konfirmandensaal des Marie-Anna-Stifts um. Viele weitere Umzüge folgten, unter anderem 1920 in die Kutscherstube der Schlossremise, 1948 in die damalige Bürgerknabenschule, 1949 dann in die Enge Straße. 1958 wurden die Bücher in die Räume einer ehemaligen Arztpraxis am Stadtpark 1 ausgeliehen, 1961 in die Möllersche Villa, danach in eine Villa an der Bahnhofstraße 10. „Ihr heutiges Domizil – den Landsberg’schen Hof in der Obernstraße – bezog die Stadtbücherei dann 1978“, berichtet Leiterin Cornelia Reuter.

Buchspenden für den Wiederaufbau

Einen katastrophalen Rückschlag musste das Bücherei-Team in der Nacht vom 31. Januar auf dem 1. Februar 1997 verkraften. Ein Brandstifter legte ein Feuer, das das Gebäude stark beschädigte und sämtliche Bücher unbrauchbar machte, so Reuter. Die Stadtbücherei musste in Notquartieren untergebracht werden. Am Wiederaufbau des Bestandes beteiligten sich zahlreiche Schaumburger Bürger mit Buchspenden. 1999 – fast auf den Tag zwei Jahre nach dem Brand – konnte die Stadtbücherei im komplett sanierten Gebäude wieder eröffnet werden.

Seitdem hat sich viel getan: „Die heutige Stadtbücherei verfügt über mehr als 36000 Medien, ein WLAN-Netz, über Internetplätze, einen EBook-Reader-Verleih und einen Filmbestand auf DVD“, zählte Reuter auf. Fast 45000 Besucher kommen jährlich in ihre Stadtbücherei.

Im Jubiläumsjahr 2017 sind kleine Umbauarbeiten geplant: Der Förderverein der Stadtbücherei will eine moderne neue Theke spendieren. sk

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