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Von Bürgern, die sich kümmern

Stadthagen / "Wirtschaftsgespräche" Von Bürgern, die sich kümmern

Mit der Bürgerbeteiligung hat es bei den Wirtschaftsgesprächen zum Thema „Mehr Bürgerbeteiligung“ eher ausbaufähig ausgesehen. Gut die Hälfte der Fragen und Anmerkungen nach der Podiumsdiskussion kamen aus Richtung der Politik – von Stadthäger Ratsherren und einem CDU-Landtagskandidaten. Dennoch prophezeite PR-Fachmann und Referent Raik Packeiser mit Bezug auf die sich einmischende Bevölkerung: „Das ist kein kurzlebiger Trend. Das wird nicht mehr aufhören.“

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PR-Experte Raik Packeiser referiert, Birgit Böhm (links) und Christine Jordan hören zu.

Stadthagen (jcp). Zu einem kurzen Disput kam es zwischen Packeiser, Chef der hannoverschen Kommunikationsagentur „Insignis“, die Politik, Verwaltungen und Unternehmen berät, und dem Stadthäger SPD-Ratsherren Thomas Pawlik. Packeiser hatte zuvor in seinem Vortrag gesagt, entscheiden müssten unter dem Strich „immer noch die gewählten politischen Vertreter“.

Pawlik machte sich in seiner Wortmeldung für die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung stark und warf dem PR-Fachmann vor, er würde die Politiker vor Machtverlust durch zu viel Mitsprache der Betroffenen warnen. „So eine Aussage halte ich für kontraproduktiv“, sagte Pawlik.

Ganz „so“ sei das allerdings nicht gemeint gewesen, verteidigte sich Packeiser. Selbst Christine Jordan, Chefin des Dachverbandes niedersächsischer Bürgerinitiativen mit dem Namen „Landesverband Bürgerinitiative Umweltschutz Niedersachsen“, sagte allerdings: „Am Ende entscheidet immer noch ein Rat, das ist mir auch klar.“

Mit Kritik reagierte Jordan jedoch auf Packeisers Darstellung, nach der die treibende Kraft manch einer Bürgerinitiative nicht das Allgemeinwohl, sondern „knallharte“ Eigeninteressen seien. „Wenn jemand zum Beispiel aktiv wird, weil er Angst um den Wert seines Hauses hat, für das er noch einen Kredit abbezahlt, sehe ich nicht, was daran schlimm sein soll“, gab Jordan zu verstehen.

Je unmittelbarer er zum Beispiel von einem Bauvorhaben betroffen sei, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Bürger sich einmischt, hatte es zuvor von Packeisers Seite geheißen. Viele seien nach wie vor durchaus damit zufrieden, einmal alle vier Jahre ihre Stimme abzugeben und dann zu sagen: „Du hast von mir dein Mandat, jetzt mach bitte deinen Job“ – damit „ich mich“ um „solche Sachen“ nicht zu kümmern brauche. An dieser Einstellung sei auch nicht Verwerfliches, so Packeiser. Vielmehr handele es sich um den Gang der Dinge in einer parlamentarischen Demokratie.

Es gibt keinen Königsweg in die Zukunft, stellten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion fest – außer den bereits Genannten auch der Stadthäger Bürgermeister Bernd Hellmann, SN-Chefredakteur Uwe Graells und als Moderatorin Birgit Böhm von „Mensch und Region“. Nicht nur die Medienwelt befinde sich in einem rasanten Wandel, sondern auch das gesamte gesellschaftliche Miteinander. Wie Bürger, Presse, Politik und Wirtschaft in Zukunft damit umgehen, muss sich erst noch zeigen, kamen die Teilnehmer überein.

Hauptsache, der Umgang miteinander bleibe „vernünftig“, wünschte Hellman sich abschließend.

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