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Von Gemüse überfordert

Lebensmittel-Trend Von Gemüse überfordert

Gesund sollen sie sein und aus der Region müssen sie stammen: So wünschen sich 64 Prozent der Befragten einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ihre Nahrungsmittel. Viele greifen aber weiterhin zu einfachen und ungesunden Lösungen, sagen Stadthäger Anbieter von Bio und Co.

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Quelle: dpa

STADTHAGEN. STADTHAGEN. Vor allem junge Menschen ziehen das Fertiggericht aus dem Supermarkt vor, weiß Gesa Harkopf von „Harkopfs Hofladen“ in Stadthagen. Als Grund vermutet sie Zeitmangel ebenso wie fehlendes Wissen.

„Heutzutage lernen die jungen Leute kaum noch das Kochen, es herrschen andere Prioritäten“, sagt sie. Anstatt Kinder an eine gesunde Ernährung heranzuführen, werde das bequeme Einkaufen von bereits verarbeiteten und teils importierten Lebensmitteln vorgelebt, meint Harkopf. „Manche Menschen sind überfordert damit, rohes Gemüse zuzubereiten und wissen nicht, damit umzugehen.“

Je älter man werde, desto mehr Zeit habe man, um sich mit seiner Ernährung auseinanderzusetzen. Ihren Hofladen besuchten vor allem Senioren, aber auch Nichtberufstätige wie beispielsweise Frauen im Mutterschutz. Sobald es für diese zurück in den Job gehe, kämen sie sehr viel seltener, hat die Inhaberin beobachtet.

Auch Sonja Bisanz vom Bioladen „Naturkost Stadthagen“ sieht in Bequemlichkeit den Grund für eine ungesunde Ernährung. Nirgends würde so sehr beim Kauf von Lebensmitteln gespart, wie in Deutschland.

„Natürlich sind Bioprodukte aus fairem Anbau teurer“, gibt sie zu. „Dafür garantieren verschiedene Siegel, wie beispielsweise das Bio-Siegel der Europäischen Union, einen ökologischen Anbau der Inhaltsstoffe.“ Auch viele Supermärkte böten inzwischen zertifizierte Bio-Produkte an, so Bisanz.

Eine ältere Kundin fügt hinzu, dass die heutige Generation sehr viel aufgeklärter sei, als noch zu ihrer Jugendzeit. „Wenn ich daran denke, welche schädlichen Inhaltsstoffe damals nicht nur Kleidung und Baumaterial, sondern auch Lebensmittel enthalten haben, sind wir heute einen großen Schritt weiter.“ Die Bequemlichkeit sei eine andere Sache. Zwar wünschten sich viele Menschen einen möglichst gesunden Einkauf, umgesetzt werde dieser meist jedoch nicht.

In einem sind sich Sonja Bisanz und ihre Kundin einig: Das Bewusstsein für ökologisch hergestellte Nahrungsmittel steigt. Ob es sich im täglichen Konsum äußert, sei eine andere Frage – daran müsse noch gearbeitet werden.

Gesa Harkopf fasst zusammen: „Solange wir Spargel aus Chile kaufen, sind wir von unserem Ziel noch weit entfernt.“ mpv

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