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Von Kopftuch bis Sarrazin

Stadthagen / Lesung Von Kopftuch bis Sarrazin

Nicht im Minirock, dafür mit einer sehr kurzen Hose bekleidet und mit einem offenen Lächeln im Gesicht hat die junge Autorin Melda Akbas (20) am Dienstagabend eine Lesung in der Stadtbücherei gehalten und ihr Buch „So wie ich will – Mein Leben zwischen Moschee und Minirock“ vorgestellt. Organisiert hatten den Abend unter anderem die „Alte Polizei“ in Stadthagen sowie die Naturfreundejugend Niedersachsen.

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Melda Akbas liest in der Stadtbücherei.

Quelle: kle

Stadthagen (kle). Wer allerdings einen trockenen Vortrag wie in einem Uni-Hörsaal erwartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Mit viel Herzblut las die Berlinerin mit den türkischen Wurzeln aus ihrem biografischen Werk und ließ die rund 25 Besucher damit nicht nur an ihrem Leben und ihren Erfahrungen als junge Frau mit Migrationshintergrund teilhaben, sondern gewährte auch einen interessanten und augenzwinkernden Blick hinter die Kulissen einer türkischstämmigen Familie – ihrer Familie.

Immer wieder unterbrach sie dabei ihren Vortrag, um frei und offen nähere Erklärungen und Anekdoten einzustreuen, wodurch sie die ohnehin schon lockere Atmosphäre des Abends noch mehr entspannte. Vor dem Hintergrund dieses offenen Ambientes nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum Gespräch, für Rückfragen an die 20-Jährige, die inzwischen in Hamburg lebt und ab Oktober Jura studieren möchte, aber auch für rege Diskussionen untereinander, die zu Akbas’ Lesungen grundsätzlich dazugehören.

Besonders, als es schließlich um das Thema Integration ging, trat die Autorin als Rednerin immer stärker in den Hintergrund und führte stattdessen durch die folgende Diskussion, in der alle Teilnehmer aus ihrem ganz eigenen Erfahrungsschatz schöpften – bei Themen von Kopftüchern bis hin zu Thilo Sarrazin. Eine ganz eigene Ansicht offenbarte Akbas beim Punkt Gebetsräume an Schulen. „Ich bin gläubig, aber nicht religiös“, erklärte sie. In die Moschee gehe sie nicht, um zu beten, sondern weil sie dort Ruhe suche, sie sei ein Ort, um in sich zu gehen. „Deshalb bin ich auch nicht für Gebetsräume an Schulen, sondern für Ruheräume.“

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