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Stadthagen Stadt Von Logistik bis Kreativwirtschaft
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Von Logistik bis Kreativwirtschaft
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15:58 06.06.2018
Wie es nach dem Aus von Faurecia weitergehen könnte, skizzierte Wirtschaftsförderer Lars Masurek. Quelle: rg
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Stadthagen

Zukunftspotenziale sieht er demnach in den Bereichen Logistikwirtschaft, Ausbildungszentrum für Fachkräfte für Pflege- und Seniorendienstleistungen, in „grünen“ Technologien und der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Bevor er diese Zukunftsvisionen ansprach, betonte Masurek die unverminderte Wichtigkeit der Bestandspflege ortsansässiger Unternehmen in den klassischen Wirtschaftsbereichen. Das werde weiterhin ein zentraler Kernpunkt der Wirtschaftsförderung bleiben.

Vier Entwicklungspotenziale:

Beim Aufzeigen von zusätzlichen Entwicklungspotenzialen in neuen Wirtschaftssektoren nannte Masurek vier Stichworte:

Logistikwirtschaft: Diese weise einen wichtigen Wachstumsmarkt auf. Sie biete für hier Chancen, weil in den Ballungsräumen die Verfügbarkeit von Flächen abnehme. Es werde die Nähe zum Kunden gesucht, zudem habe Stadthagen einen Gleisanschluss sowie qualifizierte Arbeitskräfte zu bieten. Dazu komme die zeitnahe Verfügbarkeit von Flächen. Geeignet für Logistiker sei nicht zuletzt auch der frei werdende Faurecia-Standort. Pflege- und Seniorendienstleistungen: In diesem Bereich gebe es bundesweit, aber besonders auch hier in der Region einen extrem hohen Bedarf an Fachkräften. Daher könne es sinnvoll sein, eine Einrichtung für die Ausbildung von Pflegekräften aller Art nach Stadthagen zu holen. Auch dafür sei die Nutzung von Faurecia-Gebäuden denkbar. Für ein solches Projekt wären laut Masurek Fördermittel zu generieren.

„Grüne“ Technologien: Immer stärker werde der ländliche Raum Produktionsstätte für „grüne Energie“, so Masurek. In Stadthagen stehe dafür beispielhaft das Entwicklungspotenzial des Georgschachtes mit Blick auf Solarenergie. Grundsätzlich biete der Versuch große Chancen, Unternehmen anzusiedeln, die sich mit der Entwicklung und Umsetzung neuer technologischer Lösungen bei der Erzeugung, Speicherung und dem Transport von „grüner Energie“ beschäftigen.

Kultur- und Kreativwirtschaft: Diese stellt laut Masurek einen der größten Wachstumsmärkte dar und biete zunehmend auch Kleinstädten im ländlichen Raum Chancen. Dazu zählen Sektoren wie etwa Software- und Spieleentwicklung, Musik-, Film-, Design- und Rundfunkwirtschaft oder auch der Architektur- und Buchmarkt. Kreative und innovative Kräfte, so Masurek, schätzen zunehmend den ländlichen Raum, weil die Lebenshaltungskosten in den Metropolen zu hoch würden und neu zu gestaltende Räume (wie etwa der Innovationspark an der Gubener Straße) einen Reiz ausüben. Wichtigste Voraussetzungen, um kreative Kräfte anzuziehen, seien zudem eine zeitgemäß leistungsfähige Internet-Anbindung und bezahlbarer Wohnraum.

Das "erfordert teilweise Mut"

Die aufgezeigten Wege, die große Chancen böten, zu beschreiten, „erfordert teilweise Mut, denn nicht alles wird gelingen“, räumte der Wirtschaftsförderer ein. Voraussetzung seien entsprechende Weichenstellungen und Unterstützung durch Politik und Verwaltung, was auch personelle und finanzielle Ressourcen erfordern könne.

Die aufgezeigten Handlungsfelder böten eine „gute und richtgie Grundlage“, bekannte Jan-Philipp Beck (SPD). „Ich kann alle aufgezeigten Bereiche mittragen“, stimmte Heiko Tadge (CDU) zu. ssr

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