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Von Stolperstufen und unlesbaren Kassenbons

Stadthagen / Prüfung Von Stolperstufen und unlesbaren Kassenbons

Genau 15 Geschäfte haben schon Prüf-Visiten bekommen. Das Zertifizierungsprojekt „Generationenfreundliches Einkaufen“ ist in Stadthagen in Schwung gekommen. Vertreter von Stadtmarketing Stadthagen (SMS) und Seniorenbeirat haben eine Startbilanz gezogen. 

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SMS-Vertreter Günther Raabe (von links) erhält von den Prüfern Christian Jürgens und Heinz Hansing die ersten 15 Prüfberichte.

Quelle: ssr

Stadthagen. Stadthagen (ssr).  Fünf Zweierteams des Seniorenbeirats nehmen seit zwei Wochen im Auftrag von SMS und Stadtverwaltung rein ehrenamtlich Zertifizierungsprüfungen in den Läden vor. Landesweit getragen wird die Aktion vom Einzelhandelsverband Niedersachsen-Bremen. Ausgestellt werden die Zertifikate letztlich von der „Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag“ (Ligna).

 Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig. Nach Auskunft von Günther Raabe vom SMS haben sich bisher 25 Einzelhändler aus Stadthagen dafür gemeldet. „Bis Ende des Jahres würden wir gerne rund 50 Prüfungen vornehmen“, nannte Raabe als Ziel.

 Schwerwiegende Mängel hätten die Prüfer bisher nicht entdeckt, berichtete Heinz Hansing, Vorsitzender des Seniorenbeirats. Das sei freilich auch nicht überraschend, wie Raabe ergänzte: „Wer um größere Service-Mängel weiß, wird sich zu dieser Prüfung nicht schon jetzt melden, sondern vorab erst die Defizite beseitigen.“

 Entdeckt wurden aber durchaus kleinere Mängel, wie Prüfer Christian Jürgens erzählte: „In einem Laden waren zum Beispiel Preisschilder, in einem anderen Kassenbons kaum lesbar.“ In einem weiteren Geschäft fehlte auf der obersten Stufe einer kleinen Treppe die Farbmarkierung, um Stolperer zu vermeiden.

 Bei einem weiteren Geschäft sind die Prüfer nach Darstellung von Jürgens auf eine für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Senioren nicht überwindbare, zu einem Vorflur führende Treppe gestoßen. „Da gehört unbedingt eine Klingel hin“, sagte Jürgens. Wieder woanders seien die Abmessungen für rollstuhlgerechte Umkleidekabinen zu schmal.

 „Überall sind wir auf offenes Interesse und Mitwirkungsbereitschaft gestoßen“, schilderte Hansing: „Die Ladeninhaber sind für Hinweise und Tipps sehr dankbar.“ Immer wieder werde den Prüfern gesagt, als Ladenbesitzer werden man im Laufe der Jahre „betriebsblind und sieht nicht mehr alle Mängel gleich“. In allen Fällen hätten die Betroffenen sofort Verbesserungsmaßnahmen eingeleitet, so Jürgens.

 „Im Grunde handelt es sich bei der Aktion um eine kostenlose Beratung zur Verbesserung des Service“, betonte Raabe. Kein Ladeninhaber müsse davor Angst haben. Das Projekt verursache keine Kosten, sei anonym, und zur Erreichung des Zertifikats sei im Zweifel auch eine Nachprüfung inbegriffen. Insofern setzt der SMS-Vertreter darauf, dass sich noch viele Einzelhändler zum Mitmachen entschließen werden.

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