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Stadthagen Stadt W. hat EC-Karten zweier Opfer bei sich
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt W. hat EC-Karten zweier Opfer bei sich
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00:31 22.04.2018
Auf diesem Gehöft entdeckte die Polizei die Leichen. Quelle: Stefanie Dullweber
Hille/Stadthagen

W. wurde am 9. März im bayerischen Reit im Winkel verhaftet. Bei den Karten handelt es sich um die der Toten Gerd F. und Jochen K.. Außerdem gibt es weitere Beweise. "Wir besitzen Aufnahmen von Überwachungskameras, die den Beschuldigten in zwei Fällen beim Geldabheben an Automaten zeigen", berichtet Staatsanwalt Christopher York.

Auf der Flucht Geld abgehoben

Demnach hob Jörg W. auf der Flucht in Bayern Geld vom Konto des 71-jährigen Witwers ab. Außerdem liege eine Aufnahme vor, in der der Verdächtige sich Geld vom Konto des 65-jährigen Jochen K. beschafft. "Diese Aufnahme ist ebenfalls aktuell, Jörg W. war zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht auf der Flucht", so York. Sicher sei aber, dass beide Karteninhaber bereits tot waren. Wann genau sie starben, darüber will die Staatsanwaltschaft "weder jetzt noch in Zukunft" Angaben machen. Ob das mögliche Einkassieren der Renten auch das Mordmotiv war, kann laut Staatsanwalt noch nicht sicher belegt werden. Jörg W. beruft sich gegenüber den Ermittlern auf sein Schweigerecht.

Die Leichname des Witwers Gerd. F und des Hilfsarbeiters Jochen K. wurden am 14. März vergraben in einem Waldstück auf dem Grundstück des Tatverdächtigen gefunden. Die Polizei hatte mit zwei Hundertschaften und schwerem Gerät nach ihnen gesucht. Jörg W. hat bereits zugegeben, den 30-jährigen Stadthäger Fadi. S. mit einem Hammer erschlagen zu haben. Hier versuchen die Ermittler noch die Geschäftsbeziehung der beiden genauer zu analysieren.

Kein Kontakt zu anderen Gefangenen

Jörg W. sitzt seit vergangenem Freitag in der JVA in Bielefeld-Brackwede, er wird von der Mindener Anwältin Nicole Friedrich vertreten. Wie Christopher York bestätigt, ist der mutmaßliche Dreifach-Mörder im Hochsicherheitstrakt untergebracht und darf keinen Kontakt zu anderen Gefangenen haben. Über den Grund machte York keine Angaben. Die Polizei bestätigte jedoch schon beim Transport des Verdächtigen von Bayern nach Bielefeld, dass die Sicherheit auch deswegen erhöht worden sei, weil Angehörige des ermordeten Fadi S. im Internet mit Rache gedroht hatten. mt