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"WIR schadet Wirtschaftsstandort"

Spielhalle am Helweg "WIR schadet Wirtschaftsstandort"

In Sachen Spielhalle am Helweg hat sich nun Ratsherr und Unternehmer Mahmut Tarak zu Wort gemeldet. Er spricht „von bewusst gestreuten Falschinformationen“, geht mit der WIR-Fraktion scharf ins Gericht. Das Aufstellen von Spielautomaten sei „nur eine erste Idee“. In der Hauptsache gehe es um die Ansiedlung einer Tanzschule.

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Quelle: DPA

STADTHAGEN. Tarak teilt mit, tatsächlich ein Gewerbegrundstück mit der Adresse „Am Helweg 9“ kaufen zu wollen. Die dahingehenden SN-Berichte könne er „grundsätzlich bestätigen“.

 Der Inhaber will zwei getrennte Gebäudeteile erstellen. Hauptnutzung soll wie berichtet der Betrieb einer Tanzschule sein, die bislang in einem Stadthäger Ortsteil angesiedelt ist. Außer Tanzkursen sollen auch Gastronomie sowie Events am Wochenende angeboten werden. Tarak spricht von einer „echten Bereicherung für Stadthagen“. Für den Helweg hätten er und sein Partner sich entschieden, „um Konflikten mit Anwohnern wegen Musiklärms aus dem Weg zu gehen“.

Spielhalle nur eine Idee

 Tarak zum Knackpunkt: „Neben dem Gebäude für den Betrieb der Tanzschule soll noch ein Zweitgebäude für einen davon unabhängigen, anderen Geschäftszweig erstellt werden.“ Eine konkrete Nutzung sei noch nicht entschieden. Die Aufstellung von Spielautomaten stelle nur eine Idee dar. Es würden „alle gesetzlichen Bestimmungen zum Jugendschutz eingehalten“.

 Die Entscheidung soll in „Abhängigkeit von der Wirtschaftlichkeit“ fallen. Eine SN-Quelle hatte bereits gemutmaßt, der Grund für das Aufstellen von Spielautomaten sei, dass die Tanzschule allein nicht genug Geld einbringt.

 „Priorität genießt für mich als Investor sowieso der Bau einer Tanzschule“, sagt Tarak. Das zweite Gebäude sei auch der zweite Bauabschnitt, und erst, wenn der beendet sei, werde über die Nutzung entschieden. Noch einmal verweist der Unternehmer auf die entstehenden „circa zehn Arbeitsplätze“.

Entscheidung ohne Parteibonus

 „Die Entscheidung ist ohne jeden Parteibonus zustande gekommen“, erklärt Tarak, der als SPD-Ratsherr auch im Wirtschaftsausschuss sitzt, in dem er und sein Mitbewerber um die Fläche abwechselnd ihre Pläne vorgetragen hatten (wir berichteten). An den Beratungen in den Ausschüssen habe er „nicht, wie unterstellt, teilgenommen“. Ein entsprechendes Gerücht hatte in der vergangenen Woche bereits die Stadtverwaltung dementiert.

 Tarak hat nach eigenen Angaben „auf die Trennung zwischen Investorentätigkeit und Ratsmandat geachtet“. Er wolle „mit einem attraktiven Konzept für Stadthagen überzeugen“. Anderslautende Unterstellungen verbitte er sich, sie seien ehrverletzend. Da der Rat ein Querschnitt der Bevölkerung sein soll, müssten ihm auch Investoren angehören dürfen, „wenn sie keinen Einfluss auf die Diskussion nehmen“.

Defizite bei der Stadtspitze

 Die Wählerinitiative WIR hat in den Augen des Politikers „das Diskussionsklima massiv verschärft und versucht, den Sachverhalt parteipolitisch zu nutzen“. Defizite sehe er auch bei der Spitze der Stadtverwaltung – diese hätte „den gesamten Prozess stärker moderieren und versachlichen können“.

 Bürgermeister Oliver Theiß hatte in der Diskussion darauf verwiesen, nicht über die Inhalte vertraulich tagender Ausschüsse sprechen zu können. Allerdings hat er im Facebook-Kanal der SN kommentiert, die Stadtverwaltung habe sich in den vergangenen Jahren allgemein „gegen eine Ausweitung von Spielhallen eingesetzt“.

 Das bewusste Preisgeben nicht-öffentlicher Informationen sei schädlich für den Wirtschaftsstandort, greift Tarak WIR an. Die Vertraulichkeit, auf die sich Investoren in anderen Städten berufen können, sei in Stadthagen nun „stark beschädigt“.

 WIR war als erster mit den Plänen für den Helweg an die Öffentlichkeit gegangen. jcp

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