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Stadthagen Stadt Wahlprüfstein in Vorbereitung
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Wahlprüfstein in Vorbereitung
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15:06 22.07.2011
Michael Schalich (links) und Klaus Strempel freuen sich darüber, dass das Anti-Atom-Bündnis-Schaumburg über rund 30 aktive Mitstreiter verfügt. Quelle: par

Stadthagen (par). Insgesamt zwölf Mahnwachen, die sich alle für einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie ausgesprochen haben, wurden seit März organisiert. Aber auch vor der Gründung des Bündnisses waren Strempel und seine Mitstreiter bereits aktiv und haben ihre Haltung zu Atomkraftwerken bei Castor-Transporten zum Ausdruck gebracht.

„Sekt und Selters“, antwortet Strempel auf die Frage, wie er den Lösungsvorschlag der Bundesregierung in Bezug auf den Umgang mit Atomkraftwerken beurteilt. Einerseits sind er und alle Mitglieder des Schaumburger Bündnisses froh, dass sieben Altmeiler nicht wieder ans Netz gehen werden, auf der anderen Seite dauert ihnen der endgültige Ausstieg, den es frühestens in zehn Jahren geben soll, viel zu lange. „Das Restrisiko ist immer da. Somit wird die kalkulierte Gefährdung der Zivilbevölkerung billigend in Kauf genommen.“

Für die anstehenden Kommunalwahlen am 11. September plant das Bündnis die Ausarbeitung eines Wahlprüfsteins, mir dem alle Politiker auf den Prüfstand gestellt werden sollen, wie sie sich die zukünftige Energiepolitik des Landkreises vorstellen. „Wir sind derzeit dabei, einen Fragenkatalog zu erstellen. So kann sich jeder Wähler ein Bild davon machen, worauf man bei den Wahlprogrammen achten muss.“

Ein weiterer wichtiger Punkt, bei dem sich Strempel mehr Offenheit und Transparenz wünscht, ist das baldige Auslaufen der Konzessionsverträge für Strom und Gas in der Region. „Wenn sich die Gemeinden diese kaufen würden, dann könnte man die Energiewende in Schaumburg schaffen.“ Das Bündnis spricht sich klar und deutlich für Ökostrom aus.

An der losen Bündnis-Vereinigung, die sich über rund 30 aktive Mitstreiter freut, schätzt der Geschäftsführer des Stadthäger Kulturzentrums die „bunte Mischung der Teilnehmer“. Sowohl Familien mit Kindern als auch junge engagierte Einzelpersonen kommen im Bündnis zusammen und unterstützen sich gegenseitig. „Alle setzen ein klares Zeichen gegen Atomkraft und tragen fleißig ihre Sticker und Aufkleber.“ Zudem betont er, dass das Anti-Atom-Bündnis von seiner Überparteilichkeit lebt und nicht auf eine bestimmte politische Gruppe konzentriert ist.

Als Erfolg bewertet er, dass er aus zuverlässiger Quelle weiß, dass sich seit März bereits 100 bis 120 Personen aus der Region als Neukunden einem Ökostromanbieter angeschlossen haben. „Die Menschen lassen sich nicht mehr länger alles gefallen – ein positives Zeichen.“