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Warten auf Taten

Trinkerszene Stadthagen Warten auf Taten

Ein Prozess ist angeschoben: In einem ersten Gespräch haben sich Vertreter der Stadtverwaltung, der Polizei, der Kaufleute, des Stadtmarketingvereins, von sozialen Einrichtungen und der betroffenen Gastwirte auf die weitere Vorgehensweise mit der sogenannten Trinkerszene verständigt.

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Alkohol trinken erlaubt: Für ein Alkoholverbot in der Altstadt gibt es keine rechtliche Grundlage, teilt die Stadtverwaltung mit.  rg

Stadthagen. Wie Iris Freimann, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste, im Anschluss an das nicht-öffentliche Treffen berichtete, „wurde von allen akzeptiert“, dass der Erlass eines Alkoholverbots in der Altstadt nicht in Frage kommt. Dazu seien die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben: „Es gibt keine konkrete Gefährdungslage für die Öffentlichkeit.“ Zudem würde ein Verbot bestenfalls einen Verdrängungseffekt auslösen, so Freimann.

„Es gibt rechtlich keine Handhabe, das muss man wohl so akzeptieren“, kommentierte Antoine Steenbergen, der an der Ecke Marktplatz/Obernstraße eine Physiotherapie-Praxis betreibt. Die Trinkerszene hat ihren Schauplatz zwischen Ratskeller und „Schwarzem Adler“ sowie vor der Martini-Kirche. „Mit schwerem Herzen nehme ich es hin, dass man kein Verbot aussprechen kann“, sagte Holger Schulz vom Feinkosthaus Tietz, der einen solchen Erlass angeregt hatte (wir berichteten).

Nach Darstellung von Freimann sei man gemeinsam zu der Überzeugung gelangt, dass es das Wichtigste sei, mit den Mitgliedern der Trinkerszene in intensiveren Dialog zu kommen. „Es ist allen Beteiligten klar geworden, dass Maßnahmen nur schwer greifen, wenn sie von den Betroffenen nicht mitgetragen werden.“

Auf welche Weise eine engere Begleitung der Trinkerszene bewerkstelligt werden kann, ließ Freimann offen. Eine Option sei die Einstellung eines Sozialarbeiters im Rahmen einer Projektförderung, eine weitere eine intensivere Einbeziehung der City-Wache und diverser sozialer Einrichtungen.

Geprüft werden soll laut Freimann, ob den Mitgliedern der Trinkerszene Wertmarken zum Benutzen des öffentlichen WCs am oberen Ende der Niedernstraße gegeben werden können, um das wilde Urinieren zu verhindern.

„Ich bin mit den Ergebnissen des Gesprächs ganz zufrieden“, merkte Günter Raabe, Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, an: „Es ist immerhin ein Prozess in Gang gesetzt worden.“ Der Kontaktbeamte der Polizei, Carsten Köller, fügte hinzu: „Man muss mit dem Stand der Bemühungen so erstmal zufrieden sein.“

Steenbergen zog aus dem Gespräch den Schluss, „dass es wohl keine grundlegende Lösung geben wird“. Er hoffe, „dass die Stadt am Ball bleibt und den Dialog mit den Betroffenen sucht“. Schulz bewertete es als positiv, „dass es diese Zusammenkunft überhaupt gegeben hat, sodass Zusammenarbeit möglich wird“. Insgesamt sei aber „die Perspektive deprimierend“. Denn: „Alle wissen, dass etwas passieren muss, aber es ist schwer etwas zu finden, was man wirkungsvoll machen kann.“ Ratskellerwirt Oliver Sieloff zu dem Treffen: „Reden kann man immer viel, Taten müssen folgen.“

Die Stadtverwaltung hat angekündigt, im Februar eine zweite Gesprächsrunde einzuberufen. Dann sollen erste Ergebnisse des Vorgehens vorgestellt werden. ssr

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