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Warum Menschen mit Demenz aggressiv werden

Viertes Werkstattgespräch Warum Menschen mit Demenz aggressiv werden

Die Botschaft des vierten Werkstattgespräches der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz: „Wenn wir erkennen, was der Aggression zugrunde liegt, können wir mit alten Menschen ganz anders umgehen.“

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Nele Langeheine (vorne) erklärt den Teilnehmern mit praktischen Übungen die Ursprünge der Aggressionen.

Quelle: mak

Stadthagen.   In der Alten Polizei haben sich 23 Teilnehmer mit der Frage auseinandergesetzt, warum ältere Menschen aggressiv werden.
Nicht ein Vortrag, sondern ein „Miteinander mit viel Ausprobieren“ erwartete die Männer und Frauen unter Anleitung von Nele Langeheine. Die Leittherapeutin und Dozentin aus dem Bereich der Gerontopsychiatrie (siehe Kasten) stellte sich bereits zum dritten Mal als Referentin zur Verfügung. „Gewalt gegen Pfleger und Angehörige geschieht tagtäglich“, betonte Langeheine gleich zu Beginn. Die Probleme würden aus Scham und Schuldgefühlen jedoch meist verschwiegen.

Doch wie lassen sich diese Vorfälle vermeiden? Um das zu verstehen, gingen die Teilnehmer den möglichen Ursachen von Gewalt auf den Grund: eine davon ist Demenz.

„Ich bin doch gar nicht mehr wichtig“: Suchen demente Menschen Kontakt zu anderen und bekommen ihn nicht, erzwingen sie den Kontakt notfalls mit einem festen Griff am Arm dieser Person, wie Langeheine erklärte. Auch Verwirrung („Wo bin ich? Was soll ich hier?“) kann zu aggressivem Verhalten führen. In diesem Zusammenhang betonte die Referentin, dass jedes demenzielle Symptom eine Bedeutung für den betroffenen Menschen habe. „Diese müssen wir erkennen.“

Von Dementen lernen

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Zeit. „Demente Menschen leben in einem anderen Rhythmus, sie brauchen für alles mehr Zeit“, sagte Langeheine. Rollen wir vor lauter Ungeduld mit den Augen oder strafen die Betroffenen mit bösen Blicken, sorge auch das für Wut bei Dementen. Das testeten die Männer und Frauen mit einem Rollenspiel aus. „Im Hier und Jetzt zu sein, das ist etwas, dass wir von Dementen lernen können“, schlussfolgerte eine Teilnehmerin. mak

 

Gerontopsychiatrie

Gerontopsychiatrie

Die Gerontopsychiatrie ist ein Fachgebiet der Psychiatrie und beschäftigt sich mit psychischen Erkrankungen älterer Menschen ab dem 60., in Ausnahmefällen auch ab dem 55. Lebensjahr. Langeheine arbeitet als Dozentin in diesem Gebiet. Vier Hauptkrankheitsbilder sind Bestandteil der Gerontopsychiatrie: Demenz, Depression, Schizophrenie und Delir. Letzteres bezeichnet einen Zustand der Verwirrung, der organische Ursachen haben oder zum Beispiel durch Medikamente und Alkohol ausgelöst werden kann. r

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