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Was Frauen wollen

Stadthagen / Schützenfest Was Frauen wollen

Sollen die Rottbrüder unter sich entscheiden, ob Frauen beim Stadthäger Schützenfest mitfeiern dürfen? Nein, findet Simone Mensching, die ein Frauenrott ins Leben rufen will.

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Skepsis liegt im Blick von Simone Mensching, denn den Zylinder kann sie sich jetzt noch nicht aufsetzen. Ob und wie das Festkomitee auf sie und ihre Vorschläge eingehen wird, entscheidet sich noch.

Quelle: rg

Stadthagen. „Wieder werden hier die Frauen ausgeschlossen“, kritisiert Mensching in einem Schreiben. Vielmehr solle eine Befragung aller Stadthäger – Männer wie Frauen – Aufschluss darüber geben, ob den Frauen das Recht auf Mitfeiern gewährt werden sollte. „Es ist ja ein Bürgerschützenfest“, argumentiert Mensching. Bei einer Befragung unter den Bürgern solle außerdem bereits eine einfache Mehrheit – statt einer Zweidrittelmehrheit – zur Änderung der Tradition ausreichen.

Volker May, Geschäftsführer des Festkomitees, will sich zum Für und Wider einer Befragung aller Stadthäger nicht äußern. „Ich bin nur Geschäftsführer des Festkomitees, etwaige Entscheidungen treffen wir gemeinsam“, sagt er. Ebenso müsse das Komitee die Frage klären, ob Mensching zu einer seiner nächsten Sitzungen eingeladen wird.

Eine solche Einladung fordert Mensching. So könne sie sich ein Bild von der Organisation und der Finanzierung eines Rotts machen: „Was das Konzept für die Beteiligung von Frauen angeht, so würde ich gerne Hand in Hand mit dem Festkomitee arbeiten, nicht gegeneinander.“

Ob das Festkomitee den Vorschlägen Menschings entgegenkommt, entscheidet sich womöglich bereits am heutigen Abend. Wie Volker May mitteilte, trifft sich das Festkomitee informell in privater Runde. Und „da werden diese Themen wahrscheinlich auch angesprochen werden“.

Stadthagens Bürgermeister Bernd Hellmann gibt sich in der Sache unparteiisch: „Ausrichter des Schützenfestes ist das Festkomitee“, gibt Hellmann zu bedenken. Die Stadt unterstütze „das Komitee und alle Akteure“. Tradition sei wichtig, trotzdem sei „eine Offenheit für Neues gut“. Hellmann weiter: „Rechtzeitige Veränderungen und Anpassungen an das Gegebene sichern auch die Tradition.“

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Stadthagen, Günes Tezcan, unterstützt nach eigenen Angaben den Wunsch der Frauen, sich am Schützenfest beteiligen zu dürfen. „Männer können doch auch Schmiermänner werden“, sagt sie forsch. „Wir leben schließlich nicht mehr im 15. Jahrhundert.“ Nur die teilnehmenden Männer des Schützenfestes zum Thema zu befragen, hält Tezcan für bedenklich. Und wie Mensching ist sie der Meinung, dass eine einfache Mehrheit für eine Entscheidung reichen sollte. An anderer Stelle lässt Tezcan eine ähnliche Überzeugung wie Bürgermeister Hellmann durchblicken: Traditionen, sagt sie, könnten auch bewahrt werden, indem man sie dem Zeitgeist anpasst.

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