Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Was Kultur kosten darf

Unstimmigkeiten im Stadthäger Kulturverein Was Kultur kosten darf

Es brodelt in Stadthagens Kulturszene. Die Politik will mehr Mitspracherecht bei der Zehntscheune und ziert sich deshalb bei den Zuschüssen, im Kulturverein hat es offenbar Unstimmigkeiten wegen der hohen Kosten für Kammermusiker von internationalem Rennomee gegeben.

Voriger Artikel
Stadtrat will neue Eisbahn
Nächster Artikel
Auf Kollisionskurs

Konzert im Kaminsaal des Stadthäger Schlosses: 13000 Euro ist es der Stadt jährlich wert, Veranstaltungen wie diese zu ermöglichen.

Quelle: Archiv

Stadthagen. Fest steht: In Stadthagen regiert die knappe Kasse, und das Haushaltssicherungskonzept wird sich gerade bei freiwilligen Leistungen wie der Kulturförderung bemerkbar machen.

„Das ist natürlich ein Thema, das wissen auch alle“, sagt Iris Freimann als Allgemeine Vertreterin von Bürgermeister Oliver Theiß. So habe die Verwaltung dem Kulturverein bereits angekündigt, dessen Zuschuss von derzeit 13000 Euro auf 11000 Euro im kommenden Jahr zurückzuschrauben. Das kam bei der jüngsten Jahresversammlung des Vereins auf den Tisch – und dürfte interne Kostenquerelen zusätzlich anheizen, auch wenn der Verein einen nicht unwesentlichen Teil seines Finanzbedarfs mit Sponsoren- und Spendengeld deckt.

Die Truppe um den Vorsitzenden Bernward Bock stellt den dicksten Posten im Bereich „Kultur“ des Stadthäger Haushaltes dar. Als Kulturanbieter bekommen Alte Polizei und Stadtbücherei zum Beispiel bedeutend höhere Summen, finden sich aber an anderer Haushaltsstelle. Deshalb folgen auf den Kulturverein das Festkomitee für das Schützenfest und der Verein Ehemalige Synagoge mit 5500 beziehungsweise 5000 Euro. Die Nummer zwei wäre die Zehntscheune, für die Kurator Darjush Davar 6000 Euro an Unterstützung haben möchte.

Ein simpler Grund

Die hat die Politik ihm bisher verweigert. Zum einen weise Davars Konzept noch Mängel auf, zum anderen sollen Ausschüsse und Rat ein Mitspracherecht haben, wenn es darum geht, wer die Zehntscheune für was nutzt. Warum das an dieser Stelle sein muss und andere Vereine über ihr Fördergeld frei verfügen dürfen, fragte zuletzt Bürgermeister Oliver Theiß (parteilos). Für SPD/Grüne-Sprecher Jan-Phillip Beck (SPD) hat das einen simplen Grund. Anders als die Wirkungsstätten des Kulturvereins befinde sich die Zehntscheune in Stadtbesitz und sei somit „wie ein Gemeindehaus“. Entsprechend solle sichergestellt sein, dass es möglichst allen offensteht.

Das könne zum Beispiel klappen, indem den Ausschüssen Listen mit Interessenten vorgelegt werden, was Beck ausdrücklich nicht als „ins Programm reinreden“ versteht. Statt pauschal mit 6000 Euro zu fördern, soll es „projektbezogen“ Geld geben. „Wir wollen das Nutzungs- und damit das Hausrecht nicht an einen Verein abgeben, der dann allein bestimmt, was in der Zehntscheune passiert“, erklärt Beck.

Stadt muss Hochkultur bieten

Ebenso argumentiert auch die Vorsitzendes des Kulturausschusses Merve Neumann-Tietzer (SPD). Dass auf der anderen Seite der Kulturverein einen fünfstelligen Förderbeitrag erhalte, sei deshalb zu rechtfertigen, weil eine Stadt wie Stadthagen seinen Bürgern „diese Art von Kultur“ – gemeint ist Hochkultur – bieten müsse. „Ein eigenes Theater werden wir uns wohl kaum leisten können“, argumentiert Neumann-Tietzer. Zudem brauche der Kulturverein ihres Wissens nach „das Doppelte bis Dreifache an Spendengeldern“, um sein Angebot stemmen zu können.

Das Thema ist heiß. Ursula Schweer, für die CDU im Kulturausschuss, verweigert dazu aktuell jedwede Stellungnahme und verweist auf die nächste Ausschusssitzung am kommenden Donnerstag. In der dürfte es einigen Redebedarf geben. jcp

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg