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Wau, was für ein Fest!

Stadthagen / Schützenfest Wau, was für ein Fest!

Sonne satt und beste Stimmung in den Festzelten: Sang- und klangvoll haben die Stadthäger Bürgerschützen am Donnerstagvormittag gemeinsam ihre Rottfeiern begangen.

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Michael Jordan bringt seine Rottbrüder auf den Comic-Hund. 

Stadthagen.Im Eichenrott gibt es dieses Jahr noch einen Grund mehr zu feiern: Das Rott wird 100 Jahre alt. Stolz sind die drei diesjährigen Gemeinschaftsrottmeister, Siegfried, Manfred und Jürgen Hille, vor allem auf ihre Tradition der 0,1-Liter-Gläser: „So gibt’s immer frisches Bier – und wenn es alle zwei Minuten ist.“ Die Bedienung nimmt’s gelassen: „Jeder Gang macht schlank.“

Dass im 1. Rott nach Ausfall von Rottmeister Dieter Marten alles noch so gut geklappt hat, „ist ein schöner Beweis dafür, dass das Rott zusammenhält“, findet Marten. Das freut nicht nur Herwart Imhoff, der seit vielen Jahren extra aus Darmstadt zum Feiern nach Stadthagen kommt.

Statt wie sein Vorgänger mit einer Harley zog Simon Rodenbeck, Rottmeister des Markt-Kloster-Rotts, gestern mit einem wortwörtlichen „Minibus“ ins Rott ein, geschoben von Vorgänger Christoph Jäger. Schubkraft: „Eine Eselsstärke“, schmunzelte Jäger.

Leere Plätze beim Amtspfortenrott? Weit gefehlt. Angesichts der Temperaturen zeigten sich im Rottzelt zwar gelegentlich ein paar Lücken, doch die Brüder waren nicht weit. Vor dem Zelt, so nah der Theke mit kühlem Getränk, ließ es sich zur Abwechslung auch bestens feiern. Die rotteigene Kapelle zeigte indes Stehvermögen und sorgte durchgehend für die passende „Beschallung“.

Die gute Stimmung im Kauschietenrott lobten derweil die zwei Musiker „Rudi & Willi“, die dort schon seit 20 Jahren mitfeiern: „Das ist echt ein tolles Publikum, die machen immer sofort mit.“

Der in Stadthagen lebende Ire Michael Jordan vom Bernhardinerrott überraschte seine Rottbrüder mit zwei seiner Werke. Zwei bunte Comic-Hunde hatte der Hobbyzeichner auf die Leinwände gebracht – das „arttypische“ Fass um den Hals glänzt in den Schaumburger Farben. Auch modisch sorgte Jordan mit seinem Kilt wie bereits im Vorjahr für einen Höhepunkt.

Zu Ehrenrottbrüdern machte das Rosenrott Karl-Heinz Redecker und Georg Keuneke. Beide sind nach Angaben von Rottmeister Michael Hoyer seit mehr als 40 Jahren im Rott. Keuneke dichtete 1975 das Lied „Der Schütze“, mit dem das Rosenrott seitdem die Rottfeiern eröffnet.

Zum ersten Mal sorgte im Fürstenrott Peter Schölzel mit seiner Handharmonika musikalisch für Stimmung. Schölzel ist ein Bekannter von Rottmeister Olaf Fandrich und wurde kurzum zum Mitfeiern rekrutiert.
Das Windmühlenrott begrüßte unter anderem internationale Gäste. Rudi Forstner, in Stadthagen aufgewachsen und inzwischen beruflich in der Schweiz tätig, hatte bereits zum zweiten Mal Kumpel Martin Goetschli im Schlepptau. Der Kölner Dieter Huber feiert schon seit 1985 jedes Jahr im Windmühlenrott mit.

„Wir bleiben kühl“, kommentierte Rottmeister Jens Nordmann das Geschehen beim Rott Brandenburger Tor. Vor der Hitze im Zelt flüchteten die Rottbrüder gelegentlich in den Schatten der Bäume des Nordmann’schen Gartens. „Einheizer“ Detlef Meier holte die Mannschaft aber stets zuverlässig auf den hölzernen Zeltboden der Tatsachen – und des Feierns – zurück.

Im Lindenrott gaben Wolfgang Holitzner an der Teufelsgeige und Uwe Meier am „Schifferklavier“ den Rhythmus vor und die Rottbrüder stimmten fröhlich mit ein. „Das Lindenrott ist sehr stimmgewaltig“, bestätigte Holitzner. Auch Rottmeister Marco Schulz war mit der Feierlaune in seinem Rott zufrieden.

Die Jungen Bürger beherrschen das Feiern in all seinen Facetten. Ob laut, ob leise, schnell wie bei der Polonaise oder mit Schwung beim Schunkeln – im Rottlokal kochte die Stimmung. Rottmeister Sebastian Kuhlmann und Marc Koschnitzke von der „Besten Kapelle“ gaben beim Rudern zu tropischen Rhythmen den Takt vor.

„Man wird im Rott Bahnhofstraße sofort herzlich aufgenommen“, stellte Andreas Becker fest, der zum ersten Mal dabei war. „Hier fühlt man sich wie zu Hause“, ergänzte Jascha Bövers. Auch Rottmeister Matthias Blume hob den Gemeinschaftssinn und die gute Stimmung als kennzeichnendes Merkmal für das Rott hervor.

Andreas Schlüter, der Rottmeister vom Oberntorrott, hat sich für seine Rottbrüder etwas ganz besonderes Einfallen lassen. Mit einer Art Blechtauben-Karrussel wurde für den „Besten Schuss“ geübt. Lateinisches Liedgut stand ebenfalls auf dem Programm, auch wenn kaum einer wusste, was der Text zu bedeuten hatte.

Das Enzer Rott hat sogar Besuch aus Dänemark empfangen. Jesper Petersen kommt jedes Jahr zum Schützenfest nach Stadthagen. Den Zylinder mag er an der traditionellen Schützenfestkluft am liebsten, wie er verriet.

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