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Weniger Zwangsversteigerung beim Amtsgericht Stadthagen

Stadthagen / Finanzen Weniger Zwangsversteigerung beim Amtsgericht Stadthagen

Ein Raunen geht durch den Gerichtssaal im Amtsgericht Stadthagen. Die Anwesenden beraten sich noch einmal kurz, bevor Rechtspfleger Lothar Kutzinski die ersten Angebote bei der Zwangsversteigerung entgegennimmt. Bei diesem Termin wird ein Einfamilienhaus mit Keller und Doppelgarage auf einem 785 Quadratmeter großen Grundstück in Stadthagen versteigert.

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Die Zahl der Zwangsversteigerungen beim Amtsgericht Stadthagen nimmt ab.

Quelle: tbh

Stadthagen (tbh). Das Höchstgebot, ab dem ein Zuschlag erteilt wird, sowie die Sicherheitsleistung, die auf Verlangen des Gläubigers eingefordert werden kann, richten sich nach dem Verkehrswert des Objekts, den ein vom Gericht beauftragter Gutachter im Vorfeld ermittelt.
 In diesem Fall lag der Verkehrswert bei 239 000 Euro. Zusätzlich lag bei dem Objekt in Stadthagen noch eine Grundbuchbelastung in Höhe von rund 86 000 Euro vor, die ebenfalls zulasten des Höchstbietenden ging. „Es ist wichtig, auch Bieter die später dazugekommen, genau über die Kosten aufzuklären, die auf sie zukommen“, betont Kutzinski. Der Verkehrswert des Objekts sowie die Eckdaten wurden vor der Versteigerung auf der Internetseite des Amtsgerichts veröffentlicht. Das Gutachten konnten Interessenten ebenfalls vorher einsehen.
 Mit einem Erstgebot von 50 000 Euro begann die Versteigerung. Im Minutentakt überboten sich die Interessenten. Bei einer Summe von 75 000 Euro kamen die Gebote dann zögerlicher. „Wir sind hier nicht bei eBay, solange geboten wird, läuft die Bietzeit weiter“, ließ der Rechtspfleger während der Versteigerung scherzhaft verlauten. In weniger als 40 Minuten stiegen die Gebote schließlich bis auf 112 000 Euro an.

 „Ich habe mir ein Limit gesetzt und mir das Haus vorher angeschaut“, erklärte ein Bieter, der sich zum ersten Mal an einer Versteigerung beteiligte. „Das war ein interessantes Objekt, die Versteigerungen sind längst nicht immer so gut besucht“, verriet Kutzinski im Anschluss an die Versteigerung.

 Der Erlös wird vom Gericht an die im Grundbuch eingetragenen Gläubiger auszahlt. „Die Eigentümer bekommen in den seltensten Fällen etwas von der Summe“, erklärt der Rechtspfleger. Meist seien die im Grundbuch eingetragenen Grundschulden von Banken, dem Finanzamt und eventuell auch der Gemeinde so hoch, dass sogar Gläubiger die an hinterer Stelle stehen nicht mehr bezahlt werden könnten.
 Wird ein Gebot nach dreimaligem Aufrufen nicht überboten, wird der Zuschlag erteilt. Beträgt das höchste Gebot weniger als 50 Prozent des Verkehrswertes, wird der Zuschlag jedoch versagt. Zudem kann der Gläubiger, sofern das Höchstgebot unter 70 Prozent des Verkehrswertes liegt, beantragen, dass der Zuschlag versagt und ein neuer Termin anberaumt wird.
 
 

Positiver Trend dank günstiger Zinssituation
 Die Zahl der Zwangsversteigerungen im Amtsgerichtsbezirk Stadthagen, der sich nach Angaben von Rechtspfleger Lothar Kutzinski von Stadthagen am Ortsausgang Nienstädt bis Hagenburg, Bad Nenndorf, Messenkamp und Lauenau erstreckt, ist stetig gesunken. Waren es 2012 noch 80 Zwangsversteigerungen, seien es in 2013 nur noch 61 gewesen.
 Im ersten Halbjahr 2014 sind 33 neue Versteigerungsverfahren hinzugekommen. Das entspreche dem bundesweiten Trend. Den Grund für die positive Entwicklung sieht Kutzinski in der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Vor allem die günstige Zinssituation ermögliche Eigentümern eher, Darlehensverpflichtungen mit einem Kredit aufzufangen oder umzuschulden, um so eine Zwangsversteigerung abzuwenden.
 Zurzeit bearbeite das Amtsgericht Stadthagen etwa 100 Zwangsversteigerung, die aus den vergangenen Jahren angesammelt hätten. In den meisten Fällen handele es sich um bebaute Grundstücke. Etwa 20 bis 30 Prozent seien Eigentumswohnungen.
 Eine besondere Form ist die sogenannte Versteigerung zur Aufhebung einer Grundstücksgemeinschaft. Zur Teilungsversteigerung komme es beispielsweise dann, wenn mehrere Erben ein Grundstück oder eine Immobilie besitzen oder ein Haus nach einer Scheidung veräußert werden soll.

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