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Stadthagen Stadt Wenn Fingerspitzengefühl gefragt ist
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Wenn Fingerspitzengefühl gefragt ist
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00:16 29.01.2017
Symbolbild Quelle: Archiv
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Stadthagen

Sie ist zuständig für die Bereiche Flüchtlinge und Lernförderung.

In Zahlen ausgedrückt heißt das: Bis zum letzten Semester hatte es lediglich sieben Integrationskurse in Schaumburg gegeben. Aktuell gibt es 13 Kurse, die parallel abgehalten werden, ein Großteil davon in Stadthagen in den Räumen der VHS und in den Containern auf dem Schulgelände am Schlosspark. 23 Dozenten unterrichten die Zuwanderer – sie werden vom Bund bezahlt.

Mehr als 100 auf der Warteliste

Sehr stark nachgefragt sind laut Starke die Alphabetisierungskurse. „Wir könnten noch deutlich mehr Kurse anbieten“, sagt Starke. „Mehr als 100 Menschen stehen auf der Warteliste.“ Es gebe zahlreiche Zuwanderer, die Probleme mit dem Schreiben haben. Zugewanderte Akademiker gebe es eher selten im ländlichen Raum wie Schaumburg. Die seien eher in Hannover anzutreffen. „Für uns ist das nicht gut oder schlecht“, sagt Starke.„Wir reagieren darauf.“ Aber wertfrei, betont sie. Sie stellt immer wieder fest, dass die Zusammenarbeit etwa mit dem Landkreis sehr gut funktioniere, etwa wenn sie auf der Suche nach Räumen sei.

Für die Dozenten sei der Unterricht nicht immer einfach, weil die Leistungsspanne der Teilnehmer sehr unterschiedlich ist. Homogene Gruppen seien das Ziel. Somit sei es teilweise nötig, dass mit vier Lehrbüchern gearbeitet werden müsse. Die Vorbereitungszeit für die Lehrer vergrößere sich dadurch immens. Da die Großzahl der Kursteilnehmer junge Männer seien, herrsche eine „energiegeladene Stimmung“, sagt Starke. Es gebe auch immer wieder kritische Situationen. Da seien Dozenten mit Fingerspitzengefühl gefragt.

Anstieg von zwölf auf 35 Kurse

Neben den Integrationskursen sind auch die Flüchtlingskurse deutlich an der VHS angestiegen. 2015 waren es noch zwölf Kurse, im vergangenen Jahr waren es 35. Diese Unterrichtseinheiten werden vom Land Niedersachsen finanziert. Auch hier steht laut Starke der Spracherwerb im Fokus mit Blick auf Alltagssituationen.

Starke berichtet auch von lustigen Anekdoten. „Deutsch ist nicht immer gleich Deutsch“, schmunzelt die Integrations-Expertin. Es gebe immer wieder Begriffe aus dem Fachjargon, etwa aus der Medizin, mit einer völlig anderen Bedeutung. Dass das „Bewässern“ eines Seniors in einem Altenheim nichts mit einer Gießkanne zu tun hat, musste eine zugewanderte Frau erst lernen. jemi

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