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Wenn der Streit eskaliert

Stadthagen / Mobbing Wenn der Streit eskaliert

Streit gibt es immer mal in der Familie, mit Freunden oder Arbeitskollegen. Schwerwiegender ist Mobbing – längst nicht mehr nur ein Thema unter Erwachsenen. Auch an Grundschulen werden Kinder Opfer von Schikane oder Gewalt durch Ältere.

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Schikane und Gewalt unter Mitschülern ist auch an Grundschulen ein Problem.

Quelle: dpa

Stadthagen. Eine Mutter aus Stadthagen hat sich aus Sorge um ihr Kind an die Schaumburger Nachrichten gewand. Ihre Tochter besucht die erste Klasse der Grundschule Am Sonnenbrink. Von anderen Eltern habe sie erfahren, dass deren Kinder regelmäßig von Mitschülern geschlagen wurden, mit blauen Flecken von der Schule nach Hause gekommen wären – zum Teil auch im Intimbereich. Es seien auch schon Familien weggezogen, weil sie Angst um ihr Kind hatten. Ihre Tochter sei nicht direkt betroffen, aber im Schulelternrat würden solche Vorfälle angesprochen.

 Anneke Wilkening, die Vorsitzende dieses Gremiums, kann das nicht bestätigen: „Bis auf einen Vorfall sind mir keine konkreten Fälle bekannt, und es hat sich auch niemand an mich gewandt.“ Ähnlich schildert Schulleiterin Petra Ammon die Situation. Lediglich ein Fall sei bei einer Schulelternratssitzung angesprochen worden. Der Streit sei aber mit den betreffenden Kindern und deren Eltern besprochen und beigelegt worden.

 „Nicht jeder Streit ist Mobbing“, stellt Frank Plagge, Schulleiter der Grundschule Am Stadtturm, klar. Es gäbe immer mal Eltern, die das Gefühl hätten, ihr Kind werde gemobbt, aber grundsätzlich kämen solche Vorfälle an der Grundschule Am Stadtturm nicht auffällig oft vor. „Wir sind uns aber dessen bewusst und versuchen im Vorfeld Konflikten entgegenzusteuern.“ Bereits in den ersten Schulwochen werde ein Schwerpunkt auf das Bilden von Klassengemeinschaften gelegt. Das soziale Miteinander, und dass die Kinder zueinanderfinden, stehe besonders am Schulanfang im Fokus. Darüber hinaus würden in einem sogenannten „Thema der Woche“ Verhaltensregeln und das Miteinander mit den Schülern immer wieder besprochen und geübt. Grundsätzlich könne Streit, als Auseinandersetzung mit einem Problem, durchaus auch positiv für alle Beteiligten ausgehen. Wichtig sei, dass die Kinder gelernt hätten, wie man mit Konflikten umgeht.

 „Man kann sich die Schule nicht aussuchen“, sagt die 33-jährige Mutter der Erstklässlerin von der Grundschule Am Sonnenbrink. Es sei schwierig einen Schulwechsel zu erwirken. Sie habe den Eindruck gewonnen, dass Mobbing und Gewalt schon seit Längerem ein Problem an der Grundschule darstellen würden und sich nichts geändert habe. Unter anderem hätten Schüler von einem „Mädchen-Klub“ gesprochen, vor dem die jüngeren Kinder in der Pause Angst hätten. „Ich will die Schule nicht in Verruf bringen, aber so etwas scheint an der Tagesordnung zu sein.“

 Ammon verwehrt sich gegen den Eindruck, dass „Schlägertrupps über den Schulhof herziehen“. Grundsätzlich sind nach Angaben der Leiterin drei Lehrer als Aufsichtspersonen in den Pausen auf dem Schulhof. Es sei praktisch unmöglich, dass solche Übergriffe nicht auffallen. „Wir achten darauf, wie die Kinder miteinander umgehen und schauen nicht weg“, betont sie. Viertklässler stünden den Jüngeren zudem als Streitschlichter zur Seite und in einem sogenannten „Sprechpunkt“ würde die Beratungslehrerin auch mit Kindern, die häufig in Konflikte verwickelt seien, gesondert Gespräche führen. „Dabei geht es nicht um Schuld“, verdeutlicht Ammon. Vielmehr ginge es darum, auf die Situation einzugehen, Probleme anzusprechen und Lösungen zu finden.

 Fälle von Mobbing hat es an der Grundschule An der Bergkette nach Wissen der Schulelternratsvorsitzenden Doris Christians bislang nicht gegeben. Ihr gegenüber hätten Väter oder Mütter keine Bedenken oder Sorgen um ihre Kinder geäußert, und auch im Schulelternrat sei Mobbing bislang kein Thema gewesen. „Wir sind eine kleine übersichtliche Schule und reden sehr offen“, sagt Christians, die seit zwei Jahren Vorsitzende des Gremiums ist. Es gäbe vereinzelt verhaltensauffällige Kinder, die den Unterricht stören, aber von Mobbing könne dabei nicht gesprochen werden. In solchen Fällen werde gesondert auf die Kinder eingegangen und die Entwicklung beobachtet. tbh

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