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„Wenn die ,Granden‘ etwas wollen, setzen sie es durch“

Stadthagen / Parteien „Wenn die ,Granden‘ etwas wollen, setzen sie es durch“

Zehn Jahre lang ist sie mit einem Sitz im Rat der Stadt Stadthagen vertreten gewesen: Die Wählerinitiative „Bürger für Stadthagen“ (BfS). Seit 2006 arbeitete sie mit der CDU in einer Gruppe zusammen. Für die kommende Ratsperiode tritt die BfS aber nicht wieder an, wie Vorsitzender Hermann-Uwe Voigt bestätigte.

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Zu einem prächtigen Boulevard wollte die BfS die Marktstraße ausbauen. © rg

Stadthagen (ssr). Zwar hätten die BfS-Aktivisten unter Regie ihres Mentors Karl-Ernst Strebost (75) monatelang „sehr hart gekämpft“, um eine Kandidatenliste zustande zu bringen, berichtete Voigt (72). Das sei aber gescheitert; „Die Älteren unter uns reißen sich nicht um einen Ratssitz, geeignete jüngere Leute haben sich aus Zeitgründen nicht bereit erklärt.“

Die BfS, die derzeit aus sechs, sieben Mitgliedern bestehe, wolle „aber nicht in der Versenkung verschwinden“, wie Voigt versicherte. Die Initiative werde sich „als lose Gruppe regelmäßig treffen, um – aber deutlich oberhalb des Stammtisch-Niveaus – die hiesige Kommunalpolitik zu beobachten und zu kommentieren“, kündigte der BfS-Vorsitzende an. Ob man im Jahr 2016 wieder antreten werde, das sei derzeit völlig offen, führte Voigt aus.

In einem Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre im Rat betonte Ratsmitglied Voigt, die BfS sei „mit dem Credo angetreten, genau unter die Lupe zu nehmen, wie in Stadthagen mit Steuermitteln umgegangen wird“.

Das sei vor allem beim Thema „Tropicana“ deutlich geworden, machte Voigt deutlich. Im Vorfeld des „aufwendigen“ Neubaus des Freizeitbades habe die BfS im Rat „vor einem drohenden riesigen chronischen Defizit gewarnt“. Aber: „Damit sind wir gegen Wände gerannt.“ Alle betriebswirtschaftlich bestens begründeten Warnungen seien „in den Wind geschlagen“ worden.

„Wenn die politischen ,Granden‘ in Stadthagen etwas wollen, dann setzen sie es durch“, äußerte Voigt mit einer Spur von Resignation in der Stimme: „Da spielen eine paar kleine Leutchen aus dem bürgerlichen Lager dann keine Rolle.“ In der Sache fühle sich die BfS angesichts des Millionendefizits der Wirtschaftsbetriebe heute voll im Recht.

Stets sei die BfS im Rat wachsam gewesen, „wenn die Großen Prestige-Objekte durchziehen wollten“, so Voigt weiter. Die Einsicht, das Geld beisammen behalten zu müssen, sei in jüngerer Zeit bei den großen Fraktionen aber etwas besser entwickelt. Überhaupt sei zu sagen, dass „unter dem früheren Bürgermeister Jürgen Hoffmann gar keine Führung da war, das ist unter Bernd Hellmann deutlich besser geworden“.

„Nichts geworden“ sei leider aus dem wichtigsten Vorschlag der BfS im Rat, die Marktstraße zwischen Hagemeyer und Volksbank „zu einem schönen Boulevard zu machen“. Voigt dazu: „Wäre der Vorschlag von der SPD gekommen, hätten wir diesen Boulevard jetzt“.

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