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Stadthagen Stadt „Wenn wir es machen, dann bitte vernünftig“
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt „Wenn wir es machen, dann bitte vernünftig“
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18:30 02.02.2018
CTC soll Akteure der Jugendarbeit miteinander vernetzen. Quelle: dpa
STADTHAGEN

Die mangelnde Transparenz hat er, wie berichtet, auch in der jüngsten Sitzung des Gremiums noch einmal betont – und damit Gegenwind seitens der Verwaltung, allen voran Projektleiter und Stadtjugendpfleger Ralf Cordes, erfahren.

Auf Anfrage betont die Verwaltung erneut, „die Kritikpunkte von Herrn Pawlik nicht nachvollziehen“ zu können. Mit der Übernahme des Vorsitzes des Ausschusses für Soziales, Sport und Kultur vor nunmehr 14 Monaten hat Pawlik automatisch einen Sitz in der CTC-Lenkungsgruppe. Außerdem sei er als Sozialarbeiter von Anfang an in der Gebietsgruppe tätig. Beteiligt an CTC sind unter anderem Vertreter von Jugendhilfe, Jugendgericht, Familienzentrum, Schulen und Kindergärten.

In dieser Zeit habe er alle Informationen erhalten, die allen Mitgliedern dieser Arbeitsgruppe durch die Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt wurden. „Somit kann von fehlender Transparenz aus unserer Sicht nicht die Rede sein.“ Zumal auch die Ausschussmitglieder „fortwährend“ über die Arbeiten des Präventionsnetzwerkes informiert worden seien.

Pawliks Kritik geht jedoch weiter: Ihn störe, wie Entscheidungen getroffen werden. „Seitdem ich den Ausschussvorsitz habe, hat die Gruppe kein einziges Mal getagt.“ Stattdessen habe es nur schriftliche Abfragen gegeben, so zum Beispiel im vergangenen Jahr zu der Frage, ob das Projekt „Elterntalk“ gefördert werden soll. „Ich habe das abgelehnt. Nicht weil ich den Sinn nicht sehe, sondern weil ich gerne darüber diskutiert hätte.“ Offenbar sei er in der Gruppe jedoch überstimmt worden, denn im April ging das ans Familienzentrum angedockte dreijährige Projekt, bei dem sich Mütter und Väter zu Medien- und Erziehungsthemen austauschen können, an den Start. Erst im August gab es eine öffentliche Bekanntmachung.

Über diese Aussage wiederum wundert sich Cordes, schließlich sei das Projekt in der Gebietsgruppe diskutiert worden – „aus Termingründen kann ich nicht an jeder Sitzung teilnehmen“, so Pawlik. Ihm gehe es ja auch nicht um das Projekt an sich, sondern um die Entscheidungsfindung.

„Wenn wir schon vom Sparen sprechen und vor dem Hintergrund der Gesamtstrategie wäre es doch schön, wenn es einen Aktionsplan gäbe, in dem wir Prioritäten setzen.“ Stattdessen würden einzelne Projekte initiiert, die nichts miteinander zu tun hätten. Und im schlimmsten Fall nicht mal Aufgabe der Stadt seien, sondern des Landkreises, wie etwa ein Vorhaben, das sich um intensive Betreuung von Schulverweigerern dreht.

Die im vergangenen Haushaltsjahr eingestellten Mittel in Höhe von 23000 Euro seien laut Verwaltung insbesondere für den „Elterntalk“ eingesetzt worden – 8200 Euro pro Jahr. „Der überwiegende Teil der bereit gestellten Mittel wurde wie in den Jahren zuvor nicht ausgegeben, sondern eingespart.“ Die 2017 zu rund zwei Drittel eingesparten Gelder würden nun im noch zu beschließenden Haushalt 2018 erneut angemeldet.

Das Plenum soll übrigens Ende Februar wieder tagen.