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Wer hat 2017 das Sagen?

Zukunft der Zehntscheune Wer hat 2017 das Sagen?

Die Kultursaison in der Zehntscheune neigt sich dem Ende zu. Noch bis zum 9. Oktober sind dort Werke dreier argentinischer Künstler zu sehen. Wie es im kommenden Jahr weitergeht, unter welcher Regie Ausstellungen und andere Veranstaltungen organisiert werden, steht noch nicht fest.

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Die historische Zehntscheune ist als Kulturort besonders für Ausstellungen begehrt.

Quelle: sk

Stadthagen. Kulturschaffende Vereine in der Stadt sind derweil nicht untätig und beraten seit Ostern über die Zukunft der Zehntscheune. Vertreter der Alten Polizei, des Vereins Kultur und des Vereins Renaissance Stadthagen treffen sich regelmäßig zu Gesprächen im Kulturzentrum. Es hat sich ein Kulturforum gebildet, dem sich laut Harald Weidenmüller, Vorsitzender des Renaissancevereins, auch der Verkehrsverein, der Heimatverein und der Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen anschließen.

Im Raum steht seit zwei Jahren die Option, zur Bespielung der Zehntscheune einen eigenständigen Verein zu gründen. Dazu hatte der derzeitige ehrenamtliche Kurator Darjush Davar bereits 2014 ein Konzept vorgelegt. Vertreter der genannten Vereine sind laut Weidenmüller jedoch der Meinung, dass ein neuer Verein nicht notwendig sei.

Grundsätzliches muss geklärt werden

Vor etlichen Wochen habe man dem Bürgermeister vorgeschlagen, die künstlerische Verwaltung der Zehntscheune an die Alte Polizei anzudocken. Das sei aber nur ein Zwischenschritt gewesen, relativierte Klaus Strempel, Geschäftsführer der Alten Polizei. Seines Erachtens müsse erst einmal das Grundsätzliche geklärt sein, wie die weitere Renovierung der Zehntscheune, damit überhaupt auf lange Sicht ausgestellt werden könne. Es müsse geklärt werden, woher die Mittel dafür kommen sollen, welche Fördertöpfe zur Verfügung stehen. Sachlich und ruhig müsse man über die Organisation reden und sich aufeinander zubewegen.

Das Kulturforum tagt das nächste Mal am 15. September. Dann soll laut Strempel ein Vorschlag an die Stadt zu dem Thema beschlossen werden. Einige Schaumburger Kreative um den Glaskünstler Frieder Korff, die drei Jahre in der Scheune ausstellen konnten, wissen genau, was sie wollen. Korff legte kürzlich in einem Pressegespräch Bürgermeister Oliver Theiß ans Herz: „Wir möchten nächstes Jahre wieder in die Zehntscheune kommen.“ 2016 waren sie außen vor geblieben, weil Davar andere Projekte verwirklicht hatte. sk

"Auf eine Person fixiert"

Erneut im Zentrum der Kritik gestanden hat der Kurator der Zehntscheune, Darjush Davar, im Ratsausschuss für Soziales, Sport und Kultur. „Dass wir die Kurator-Lösung auf eine Person fixiert haben, tut der Entwicklung der Zehntscheune nicht gut“, bemängelte Thomas Pawlik (SPD) mit unverhohlenem Blick auf den im Zuhörerbereich sitzenden Davar.

Zuvor hatte Marita Gericke (CDU) von „Gerüchten in der Stadt“ berichtet, „dass man, wenn man die Zehntscheune mieten will, sich an Herrn Davar wenden muss“. Pawlik stimmte zu: „Es herrscht in der Stadt große Unsicherheit, wer die Zehntscheune verwaltet.“ Das könne aber nicht angehen, meinten beide und forderten die Verwaltung auf, Klarheit zu schaffen.

„Natürlich entscheidet über die Verwendung der Zehntscheune die Stadtverwaltung“, stellte prompt Iris Freimann, Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste, klar. Allerdings sei es „sinnvoll, wenn Herr Davar von potenziellen Nutzern frühzeitig erfährt, was sie im kommenden Jahr dort veranstalten wollen“. Auf diese Äußerung hin waren Proteste aus Reihen von SPD und CDU zu hören.

Defizitausgleich beantragt

Auf das Thema Zehntscheune war der Ausschuss durch einen Zuschussantrag von Davar gestoßen. Dieser hatte ein Fotoprojekt „Blickwärts“ mit Jugendlichen inklusive Ausstellung in der Zehntscheune durchgeführt. Zum Defizitausgleich beantragte er einen Zuschuss aus dem Topf „Projektförderung der Jugendarbeit“ in Höhe von 511 Euro.

In einem anderen Fördertopf habe der Rat für Aktivitäten in der Zehntscheune für das laufende Jahr 6000 Euro bereitgestellt, sagte Pawlik: „Das ist die Obergrenze, das muss reichen, da kann jetzt nicht noch zusätzlich Geld aus der Projektförderung fließen.“ Dem stimmte Gericke zu. SPD/Grüne und CDU lehnten den Förderantrag ab, WIR enthielt sich.

Anders lief es bei zwei Zuschussanträgen von Davar mit Blick auf den genannten Zehntscheunen-Fördertopf. Für die Ausstellungen „Alltagsstücke“ und „Drei argentinische Künstler in Schaumburg“ genehmigte der Ausschuss eine Förderung von insgesamt 3200 Euro. Allerdings stimmte die CDU dagegen. „Wir haben seinerzeit gegen den 6000 Euro-Fördertopf gestimmt und bleiben nun auch bei Einzelentscheidungen konsequent“, stellte Gericke klar. ssr

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