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Wer macht so etwas?

Gehbehinderte in Stadthagen drangsaliert Wer macht so etwas?

Ohne ihren Rollator ist Cordula Hegerhorst aufgeschmissen. Bei einem schweren Verkehrsunfall vor acht Jahren splitterte das Sprunggelenk der 39-jährigen Stadthägerin. Seither kann sie sich ohne Gehhilfe kaum fortbewegen. Dass sie ihren Rollator im Treppenhaus abstellt, um auf Krücken die Stufen bis zur Wohnungstür zu nehmen, scheint jemanden zu stören – Hegerhorst wird immer wieder Opfer von Gemeinheiten. Dahinter vermutet sie einen oder mehrere Mitbewohner.

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„Im August haben sie mir ein Rad aufgeschlitzt und das Bremskabel durchtrennt“, erzählt sie sichtlich mitgenommen. Anfang Dezember habe sie den Rollator kaputt getreten unter der Treppe entdeckt. Den Gehwagen habe sie auch schon draußen im Regen und in einem zwei Wohnblöcke entfernten Keller wiedergefunden. Mit zertrümmerter Sitzfläche und demoliertem Rad ist er jetzt unbrauchbar. In einem Brief erklärte sich ihre Krankenkasse bereit, die Reparaturkosten zu übernehmen.
Auf SN-Anfrage bestätigt die Polizei zwei Strafanzeigen, die Hegerhorst gegen unbekannt erstattet hat. Im Januar allerdings stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein – ohne Ergebnis.

Streit um den Stellplatz auf dem Treppenabsatz könne der Auslöser für die Zerstörungswut sein, vermutet Hegerhorst. Beweisen lässt sich bisher nichts. Auch von anderen Bewohnern bekomme sie auf den Fluren weder Hilfe noch Verständnis. Vielmehr werde sie seit Kurzem hämisch auf einen ausgehängten Auszug aus der Hausordnung hingewiesen, der handschriftlich „auch Rollatoren“ im Treppenhaus verbietet.

„Von der Hausverwaltung stammt das nicht“, sagt Mutter Annemarie Hegerhorst, die mit ihrem Mann als Hauswartin für die Anlage zuständig ist. Der Nächste, der sich an der Gehhilfe vergreift, dürfte mit schwarzen Handflächen durchs Treppenhaus spazieren: „Ich habe die Griffe mit Schuhcreme eingeschmiert“, verrät die Mutter.

Ihre Tochter ist am Boden zerstört: „Ich halte das hier nicht mehr aus. Ich würde in jede behindertengerechte Wohnung ziehen, in der ich mit meinem Hund leben darf“, sagt sie. Allerdings steht der arbeitsunfähigen Hauswirtschafterin für die Miete nicht mehr als das Geld vom Jobcenter zur Verfügung.

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