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Stadthagen Stadt Weserrenaissance lebt wieder auf
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Weserrenaissance lebt wieder auf
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00:28 13.09.2014
Der Schlossgarten erstrahlt morgen wieder in einem besonderen Lichterglanz.  Quelle: rg
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Stadthagen

Für die Antwort muss man zurückgehen ins 16. Jahrhundert. Als eine Agrarkrise im Mittelmeerraum ausbrach, verschoben sich die wirtschaftlichen Zentren Europas. Das Gebiet der Oberweser wurde zur Kornkammer des Kontinents und die Weser zu einem der bedeutendsten Wasserhandelswege.

 Die Getreidepreise stiegen um 80 Prozent, sodass Städte entlang der Weser und dazugehörige Regionen zu Reichtum gelangten. Auch Stadthagen profitierte davon.

 Zur selben Zeit begann der Aufbau einer Industrie, angetrieben vom Kohlebergbau. „Darin war Stadthagen ganz groß“, erklärt der Stadthäger Stadtarchivar Adolf Tatje. Kohleschächte befanden sich dort, wo heute der Georgschacht ist.

 Der erlangte Reichtum wurde zur Schau gestellt. Typisch etwa: Die Burgen des Mittelalters wurden zu Schlössern umgebaut. Dies geschah auch in Stadthagen. Die alte Wasserburg wurde zwischen 1534 und 1544 zum Stadthäger Schloss, heute Sitz des Finanzamtes. Mit seinen geschwungenen Giebeln ist das Gebäude typisch für den Renaissance-Stil. Auch andere Prachtgebäude, wie das Rathaus und das Mausoleum an der St.-Martini-Kirche, entstanden im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs.

 1618 fand die Ära des Reichtums mit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges ein jähes Ende. Damals wurde „nahezu die Hälfte aller Bürgerhäuser zerstört“, weiß Archivar Tatje.

 Nach Kriegsende reichten die finanziellen Mittel nicht aus, um die Gebäude dem neu einsetzenden Barock anzupassen – im Stil der vorangegangenen Epoche blieb Stadthagen eine Stadt der Weserrenaissance.

 Mit dem Lichterfest im Schlossgarten und einem abendlichen Musikfeuerwerk beginnen die Tage der Weserrenaissance in der Kreisstadt am morgigen Freitag, 12. September, um 20 Uhr. Einlass ist für die Besucher ab 19.30 Uhr; der Eintritt kostet fünf Euro im Vorverkauf und sieben Euro an der Abendkasse. Kinder und Jugendliche im Alter bis 16 Jahre haben freien Eintritt. Karten gibt es im i-Punkt am Markt und in der SN-Geschäftsstelle an der Vornhäger Straße.

 Ein Höhepunkt am Sonnabend ist die „Nacht der Musik“. Auf vier Bühnen gibt es Musik unterschiedlicher Stilrichtungen. Am Sonntag bildet die Festtafel mit Köstlichkeiten aus der Renaissancezeit den Höhepunkt des Tages. Eine genaue Programmübersicht findet man im Internet unter www.stadthagen.de. ms

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