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Wettbüros im Visier

Ausbreitung in Stadthagen verhindern Wettbüros im Visier

An Niedernstraße und Krumme Straße in Stadthagen reihen sich Wettbüros und Spielhallen aneinander. Politik und Verwaltung verfolgen die Entwicklung mit Sorge, rechtlich sind beiden aber die Hände gebunden. WIR will verhindern, dass sich der Trend in der nördlichen Altstadt weiter fortsetzt.

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Wettbüro an der Niedernstraße: Der Unmut bei Verwaltung und Politik steigt.

Quelle: rg

Stadthagen. Die Wählerinitiative WIR will das Thema nach den Sommerferien auf die politische Agenda setzen.  „Wir sollten nicht warten, ob da nun noch eines hinzieht“, sagt WIR-Sprecher Richard Wilmers mit Bezug auf Wettbüros. „Es passiert dort offensichtlich etwas, das man sich nicht wünscht.“ WIR wolle diese Entwicklung stoppen. Erreichen kann man das nach Ansicht von Wilmers mit Änderungen im Gestaltungsrecht.

 Bürgermeister Oliver Theiß skizziert das Problem: Rein rechtlich handelt es sich nicht um Wettbüros, sondern um Wettannahmestellen. Diese haben im Unterschied keinen „Aufenthaltscharakter“. Fußballspiele, Pferderennen und dergleichen lassen sich dort nicht an Bildschirmen verfolgen, weder Tische, Stühle noch Getränkeausschank laden zum Verweilen ein. Über all das verfügt ein nicht nur umgangssprachlich, sondern auch juristisch so bezeichnetes Wettbüro – und das Betreiben eines solchen sei in der Stadthäger Innenstadt bereits jetzt verboten.

 „Aber die Betreiber testen natürlich immer mal wieder, wie weit sie gehen können“, sagt Theiß. So habe das Ordnungsamt einzelne der Annahmestellen schon auffordern müssen, Bildschirme und Mobiliar auszuräumen, die besagten „Aufenthaltscharakter“ hergestellt hätten.

 Ob Wettbüro oder Wettannahmestelle – mit drei davon und acht Spielhallen ist Stadthagen Spitzenreiter im Landkreis, deutlich vor Bückeburg und Rinteln. Auch wenn einem Verwaltungssprecher zufolge eine der Annahmestellen als Verein organisiert ist, sagt der Bürgermeister: „Das ist nicht in unserem Sinne.“ Er kündigt Gegenmaßnahmen an, sollte die Zahl der Wettbüros nun noch weiter steigen.

Immobilienbesitzern Alternativen aufzeigen

 Nur: Derzeit hat die Stadt keine Handhabe. Möglich wäre es, auch Wettannahmestellen zu verbieten. Das Problem laut Theiß: „Damit würden wir sämtliche Lotto- und Toto-Annahmestellen aus der Innenstadt verbannen.“ Auch auf Landesebene werde diese Krux diskutiert. Die Debatte sei „natürlich von einer gewissen Widersprüchlichkeit geprägt“. Schließlich mache das Land auch Geld mit den Wetten.

 Die SPD zumindest würde eine Initiative der Stadt „auf jeden Fall unterstützen“, erklärt ihr Fraktionsvorsitzender Jan-Philipp Beck. Der Bauausschuss könnte nach Lösungen suchen. Wettbüros und Spielhallen unterliefen die Bemühungen der Stadt, „die Nordstadt mit Leben und attraktiver Wohnbebauung zu füllen“, sagt Beck. Außerdem sieht er die städtische Wirtschaftsförderung in der Pflicht, Immobilienbesitzern Alternativen aufzuzeigen, bevor diese an ein Wettbüro vermieteten.

 CDU-Fraktionssprecher Heiko Tadge sieht die Verantwortung zunächst bei der Stadtverwaltung. Die müsse der Politik Lösungsvorschläge unterbreiten. „Dafür haben wir einen Bürgermeister und eine Leiterin des Fachbereichs Bürgerdienste, die beide Juristen sind“, erklärt Tadge. Auch der Christdemokrat gibt zu bedenken: „Wir wollen dort Aufwertung und Wohnbebauung – aber wer will schon in ein Wohnquartier voller Spielhallen und Wettbüros ziehen?“ jcp

Neue Regel

Seit Anfang dieses Monats müssen zwischen zwei Spielhallen mindestens 100 Meter liegen. In Bückeburg hat deswegen das „Snooker’s“ schließen müssen. Hintergrund ist der neue Staatsvertrag. In Stadthagen liegen nach Angaben der Verwaltung die Spielhallenaber weit genug auseinander.

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