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Stadthagen Stadt Wie viel EU steckt in Stadthagen?
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Wie viel EU steckt in Stadthagen?
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20:46 11.02.2011
Brücke über die Bornau in Probsthagen: Auch Dorferneuerungen werden zum Teil mit EU-Geld finanziert. Für Probsthagen belaufen sich die eingesetzten EU-Mittel auf rund 170.000 Euro. © rg
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Stadthagen (kle, kil). Auch der Landkreis Schaumburg und seine Kommunen – ebenso Unternehmen, Vereine und andere Institutionen – profitieren von diesen Programmen, mit denen unter anderem nachhaltige Entwicklung des Wirtschaftslebens, ein hohes Maß an sozialem Schutz und Verbesserung der Umweltqualität erreicht werden sollen. Eine grundlegende Vorgabe bei EU-Fördermitteln ist jedoch, dass diese ein Projekt niemals allein stemmen, sondern dass andere Partner wie Landkreis und Gemeinden immer zu gleichen Teilen gegenfinanzieren müssen.

„Beim EFRE geht es um Wirtschaftsförderung“, erklärt Stefan Tegeler vom Amt für Wirtschaftsförderung des Landkreises. Der Landkreis setzt diese Mittel im Zuge des Programms „Pro Invest“ um, das unter anderem der Sicherung von Arbeitsplätzen in Schaumburg dienen soll. „Unternehmen können dabei Geld für Investitionen beantragen.“ Einschränkungen: Die Fördersumme beträgt maximal 100.000 Euro und darf nur 15 Prozent der gesamten Investitionssumme abdecken.

„Kleinere Summen“, beispielsweise für Messebeteiligungen, würden regelmäßig vergeben, so Tegeler. Fördermittel im hohen fünfstelligen Bereich wurden in Stadthagen unter anderem für den jüngsten Umbau von Feinkost-Tietz zur Verfügung gestellt. Voraussetzungen waren hier beispielsweise die Schaffung eines zusätzlichen Arbeitsplatzes und die Umstellung auf umweltschonende Maschinen in Folge des Umbaus.

Mithilfe des ESF sind in Stadthagen unter anderem das Pro-Aktiv-Center für Jugendliche sowie die Berufsbildenden Schulen für ihr PS-Pro-Verfahren unterstützt worden.

Dieses Verfahren, das Tests und Einzelberatung beinhaltet, soll die Berufswahlreife von Schülern stärken und ihnen zeigen, „welche Neigungen und Talente sie haben“, so Tegeler. „Dieses ,Leuchtturmprojekt‘ ist sinnvoll und innovativ und wird deshalb gefördert.“

„Leader“ für Aktionen im ländlichen Raum

Das „Leader-Programm“ ist ein Programm der Europäischen Union und des Landes Niedersachsen zur Förderung des ländlichen Raumes. Nach Angaben von Landkreis-Sprecher Klaus Heimann gibt es in Schaumburg eine Reihe von regionalen und überregionalen Projekten, die im Zuge des „Leader-Programms“ mit EU-Mitteln teilfinanziert werden: Für den Förderzeitraum 2007-2013 stehen dem Landkreis zwei Millionen zur Verfügung – die eine Hälfte ist davon für überregionale Projekte, die andere für regionale Projekte bestimmt, sodass jeder Gemeinde 100.000 Euro zur Umsetzung von regionalen Projekten zur Verfügung steht.

Ein Beispiel: im Fürstenzug zur 900-Jahr-Feier von Schaumburg steckte ebenfalls Geld der EU.

In Stadthagen sind bereits einige Projekte abgeschlossen:
• Bremsschacht 7: Die Restaurierung des Stolleneinstieges „Bremsschacht 7“ in Wendthagen gehört zu den geförderten überregionalen Projekten – unter anderem deswegen, weil der Stollen Fledermäuse beherbergt und somit naturschutzrelevant ist. Die Gesamtkosten von rund 26.000 Euro teilen sich wie folgt auf: Etwa 10.000 Euro stammen aus dem „Leader-Programm“, der Kreis hat die Kofinanzierung übernommen.
• Hochwasserschutz: In den Bau des Regenrückhaltebeckens am Borsieksbach, der rund 96.000 Euro gekostet hat, sind etwa 40.000 Euro Fördermittel geflossen. Die Gegenfinanzierung teilten sich Landkreis und Gemeinde. In der Regel zählen Rückhaltebecken heute aber zu den regionalen Projekten, sodass die Gemeinde die Kofinanzierung leistet.

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