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Wildschweine verwüsten Gärten

Ärger über Forstbehörden Wildschweine verwüsten Gärten

Im Garten von Rosi Böger sieht es derzeit teilweise aus wie auf einem Acker. Tiefe Furchen durchziehen den zuvor gepflegten Rasen. Doch sind nicht etwa unzähmbare Naturgewalten für das Dilemma verantwortlich, sondern Vierbeiner. Die Wildschweine haben sich stark vermehrt und treiben nun ihr Unwesen.

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Rosi Böger steht in ihrem Garten am Bückeberg. Die Spuren der Wildschweine im Boden sind nicht zu übersehen.

Quelle: ano

Hörkamp-Langenburch. Die Freude über die Schwarzkittel hält sich bei Böger, früher Inhaberin eines Geschäftes in der Niedernstraße, derweil in Grenzen: „Ich wohne seit 40 Jahren hier, habe so etwas aber noch nicht erlebt. Da wird man richtig depressiv.“

Und es bleibt nicht bei heimlichen Besuchen der Wildschweine im Garten. Böger erinnert sich auch an eine Begegnung der anderen Art: „Beim Öffnen der Haustür stand auf einmal ein riesiger Eber vor mir. Das war natürlich ein Schock. Ich habe die Tür zugeknallt.“

Aufgrund ihrer Situation hat sich Böger auch an die zuständigen Behörden gewandt. Mit geringem Erfolg: „Bei der Stadt ist man nicht zuständig. Und die Maßnahmen, die man vom Kreisforstamt vorgeschlagen bekommt, greifen nicht.“

Die Behörde hatte unter anderem angeregt, dass mit Buttersäure getränkte Lappen im Garten ausgelegt werden sollen, um die Wildschweine abzuhalten. Doch verscheuchen lassen sich diese davon nicht, fallen immer wieder in den Garten ein.

Buttersäure hält Eindringlinge nicht ab

Eine Option wäre ein massiver Zaun, doch das ist finanziell für Böger nicht zu realisieren: „Ein Zaun, der die Tiere wirklich stoppen könnte, würde 30.000 bis  40.000 Euro kosten.“ Doch gibt es eine Lösung, von der sie sich langfristig wieder Ruhe auf dem Anwesen verspricht: „Ideal wäre es, einen Zaun an der Straße oben zu errichten. Die trauen sie sich nicht zu überqueren.“
Mit ihren Schwierigkeiten steht Böger übrigens nicht alleine da. Anwohner, die nicht namentlich genannt werden möchten, fügen an: „Seit Mitte September vergangenen Jahres geht es richtig rund.“

Weder Buttersäure noch Bewegungsmelder, die ebenfalls installiert wurden, halten die Eindringlinge ab. Beklagt wird auch die Kommunikation mit den Behörden: „Es mag sein, dass sie juristisch sogar recht haben, wenn sie argumentieren, dass man in Waldrandlage damit leben muss.“ Gleichfalls als ärgerlich empfinden sie deren allgemeine Haltung: „Wir haben uns zunächst von ihnen im Stich gelassen gefühlt. Mittlerweile haben wir den Eindruck, dass wir gar nicht mehr ernst genommen werden.“

Beim Kreisforstamt zeigt man durchaus Verständnis für den Anwohnerfrust am Bückeberg. Doch mehr als Ratschläge geben könne man nicht, so Forstamtsleiter Lothar Seidel: „Es ist ein natürliches Risiko, das man trägt, wenn man in einem solchen Umfeld lebt. Es fällt in die Zuständigkeit der Grundstückseigentümer, sich entsprechend zu schützen.“ Bei der Behörde sei man selbst von den Attacken der Schweine betroffen, so Seidel: „Wildschweine haben zuletzt auch unseren Zeltplatz am Forsthaus verwüstet.“

Auf den privaten Grundstücken sei eine Jagd aus rechtlichen Gründen gar nicht möglich, fügt Seidel an. Im Wald soll der Bestand an Schwarzkitteln demnächst wieder eingedämmt werden. Eine große Jagd, an der Jäger aus mehreren Revieren beteiligt sein werden, ist für den 14. Dezember geplant. Seidel weiß: „Solche Gemeinschaftsaktionen sind in der Regel effektiver, als wenn die Jäger in jedem Revier das selbst erledigen.“ ano

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