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Stadthagen Stadt Wilfried Buchta erörtert Hintergründe des IS
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Wilfried Buchta erörtert Hintergründe des IS
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00:24 23.11.2015
Die Ausführungen von Wilfried Buchta lassen wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges im Irak. Quelle: tbh
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Stadthagen (tbh)

Unter dem Titel „Terror vor Europas Toren“ wollte der Autor des gleichnamigen Buches die Hintergründe des Vormarsches des selbsternannten „Islamischen Staates“ (IS) beleuchten. Als er die Einladung bekam, wusste er allerdings nicht, wie brisant die Lage nach den Anschlägen in Paris bei seinem Besuch in Stadthagen sein würde. Dass der Terror längst nicht mehr vor den Toren Europas Halt macht, hatte auch bei den Zuhörern für eine spürbar angespannte Stimmung gesorgt.
Buchta, der lange Zeit im Irak gelebt und für die UNO-Mission als politischer Analyst tätig war, erläuterte zunächst sachlich und nüchtern die Voraussetzungen für den Aufstieg des IS. Den Fokus legte er dabei auf den Zerfall des Irak, der laut Buchta ursächlich für den Aufstieg des IS und die Entstehung des Terrors ist. „Die Wurzel des Problems liegt im Hass und Misstrauen zwischen Schiiten und Suniten“, erklärte der Autor. Um nachzuvollziehen, welche Faktoren zu dem Konflikt geführt haben, gab Buchta einen Einblick in die Hauptursachen des irakischen Staatenzerfalls und beleuchtete die nach seinen Worten „verfehlte“ Irak-Politik der USA und ihre Folgen.
Eine Kernfrage lautete: „Lässt sich der irakische Staatenverfall aufhalten und der IS besiegen?“ Aus Buchtas Sicht gibt es wenig Hoffnung. „Der Irak ist seit Juni 2004 de facto wieder im konfessionellen Bürgerkrieg“, machte er deutlich. Ein Krieg, der wahrscheinlich auch noch die nächsten Jahrzehnte andauern werde. Ein weiteres Problem sieht er darin, dass muslimische Theologen sich unter Berufung darauf, dass der IS nicht Teil des Islam sei, zurückhalten. Ein wichtiger Schritt, um den IS an der Rekrutierung weiterer Mitglieder zu hindern, sei, dass muslimische Theologen Position beziehen und dem IS mutig entgegentreten.
Während er die Hintergründe und die Entstehung des Terrors in seinem Vortrag nüchtern und analytisch erörterte, war dem heute in Berlin lebenden Autor bei der anschließenden Diskussion die Besorgnis anzumerken. „Wir müssen uns von der Idee verabschieden, Demokratie dorthin zu exportieren“, sagte er nachdrücklich. Die Einblicke in die Entwicklung des Terrors dürften viele Besucher nicht besonders optimistisch gestimmt haben. Das wurde auch in den Fragen aus dem Publikum deutlich.

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