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Wilhelm Busch hat Stadthagen fest im Griff

Premierenveranstaltung Wilhelm Busch hat Stadthagen fest im Griff

Die erste Ausgabe der Wilhelm-Busch-Tage ist zuende gegangen. Auch die SN haben sich das Fest genau angeschaut und die Höhepunkte zusammengefasst.

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Perfekte Täuschung: Minou (8) balanciert scheinbar über einen tiefen Brunnenschacht.

Quelle: rg

Klasse Kunst

Stadthagen. Auf dem Pflaster der Obernstraße hat Alex Maksiov PVC-Bodenbelag ausgebreitet. Der Künstler wollte sich hier nicht etwa häuslich niederlassen. Der Belag – die weiße Unterseite zeigte nach oben – diente vielmehr als Malgrund. Vier Pflastermaler haben in der Fußgängerzone verblüffende dreidimensionale Bilder geschaffen als augenfälligen Beitrag zur Premiere der Wilhelm-Busch-Tage.
„Was wird das?“, fragte Passantin Ebru Katar angesichts der Aktion von Maksiov. Die BBS-Schülerin ist selbst kreativ und war gespannt, als sie hörte und las, was der Maler vorhatte. Am Sonntag konnte jederman das Malergebnis bewundern: Ein aufgeschlagenes Buch „lag“ auf dem Pflaster. Und wer sich an bestimmter Position auf dem Gemälde fotografieren ließ, sah sich auf einem dicken Stapel weißer Buchseiten: Der dreidimensionale Eindruck war perfekt, unter anderem auch auf dem Marktplatz, wo am Sonntag ein schmales Brett über einen tiefen Brunnenschacht führte.
Zweidimensional arbeitet Viktor Schreiber. Vom Schnellzeichner ließen sich Stadtbesucher gern porträtieren. Oder die Gäste hörten den Vorträgen auf der Bühne zu: Frank Suchland las Wilhelm Busch und Markus Veith verkörperte den Wiedensahler Dichter und Maler. „Wischen Sie erstmal!“ rief Veith den Besuchern seiner Lesung humorig zu. Die Bänke waren nass, die Wilhelm-Busch-Tage am Sonntag von Gewittern und Regenschauern durchsetzt.
Zuvor hatte der Wind seinen Schabernack getrieben und Dutzende Notenblätter von den Ständern der Ratsband gefegt. „Crazy Musik in the Air“ spielten die Musiker für die Stadtbesucher. Viele schlossen sich den Gästeführungen an oder wählten als Programmpunkt im Trockenen die Ausstellungen im Museum und in der Zehntscheune.

Grün über blau

„Ich lasse das Gras wachsen!“ Die Stadthäger Malerin Gertrud Adrian hat am Sonntag auf dem Markt Zuschauer in die Kunst der Aquarellmalerei eingeführt. Mit leichten geübten Querstrichen zog die Künstlerin wässrige Farbe auf das Papier. Über blau gelangte grün. Dann hielt Adrian das Papier senkrecht: Die blaue Farbe sickerte in feinen Fäden in die Grüne. Als das Bild wieder flach lag, entstand der Eindruck von grünem Gras. Beim Erproben der Maleffekte sollte man nicht ungeduldig werden, so die versierte Malerin, und nicht etwa versuchen, einen zufälligen Farbtropfen aus dem Bild herauszuwischen. Das gebe nur ungewollte Wasserränder. Wer wollte, konnte selbst zum Pinsel greifen. Weitere zehn Schaumburger Künstler zeigten ihre Werke und Fertigkeiten.

Ohren auf!

„Machen Sie die Augen und die Ohren auf!“ Regisseur und Mitgestalter der Wilhelm-Busch-Tage Jürgen Wiemer hat genau das Richtige empfohlen vor Beginn des theatralischen Potpourris „Wilhelm Busch in sieben Streichen“. Die Zuschauer erlebten im Ratsgymnasium einen launigen und künstlerisch bestens ausgestalteten Abend. Zum Schluss gab es Standig Ovations.
Historische Stadthägerinnen machten den Anfang: Charlotte (Angela Lütkenhöner) und Leona (Nicole Tegtmeyer) Meyer, Töchter des Stadthäger Likörfabrikanten August Meyer, erzählten von Busch, der bald selbst – gespielt von Markus Veith –  die Bühne betrat und mit gereimten Versen Einblick in seinen dichterischen Alltag gab. Die baldige grantige Aufforderung „Nun ist hier genug geschehen, ich empfehle Euch ...“ konnte das Publikum sofort ergänzen, blieb aber brav auf den Plätzen.
Mit überzeichneter Gestik wusste Barbara Kratz die fromme Helene darzustellen – und auch die Tante und den Onkel und den Vetter Franz. Anna Haentjen unterhielt mit Gesang. Einen brillanten Schlusspunkt im Potpourri setzte die heimische Künstlerin Nina Dopheide mit selbstgetextetem zum Thema Busch. Am Klavier begleitete Sven Selle die Aufführung.

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