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„Wir haben uns fairen Anteil verdient“

Warnstreiks bei Faurecia und Lühr „Wir haben uns fairen Anteil verdient“

Beschäftigte der Stadthäger Firmen Faurecia und Lühr Filter haben am Donnerstag die Serie der Warnstreiks in Schaumburg fortgesetzt, zu denen die IG Metall im Rahmen der laufenden Tarifauseinandersetzung aufgerufen hatte.

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Bei Faurecia finden sich rund 170 Mitarbeiter zum Streik ein. Sie fordern Klarheit über die weiteren Pläne der Geschäftsleitung.

Quelle: ssr

STADTHAGEN. Am Vormittag fanden sich bei Faurecia rund 170 Mitarbeiter vor dem Werkstor zur Kundgebung ein, bei Lühr waren es am frühen Nachmittag etwa 25 Beschäftigte.
„Wir haben uns einen fairen Anteil an den Früchten unserer Arbeit verdient“, begründete Sabrina Wirth die Forderung der IG Metall nach sechs Prozent mehr Lohn. Dass die Arbeitgeber lediglich zwei Prozent anbieten, sei „eine Provokation“, sagte die 1. Bevollmächtigte der IG Metall-Verwaltungsstelle Nienburg-Schaumburg bei der Protestaktion vor dem Faurecia-Werkstor.

Wirth bekräftigte zudem die Forderung der Gewerkschaft nach einem verbindlichen Anspruch der Arbeitnehmer, die Arbeitszeit für eine Dauer von bis zu zwei Jahren auf bis zu 28 Wochenstunden zu reduzieren – bei teilweisem Entgeldausgleich, etwa wenn zu Hause Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen sind. Dagegen gehen die Arbeitgeber laut Wirth „mit spitzfindigen juristischen Ablenkungsmanövern“ und „zynischem, unverfrorenen Gequatsche“ vor.
Für die Forderungen der Gewerkschaft gelte es „Flagge zu zeigen“, betonte Wirth und fand es „toll und klasse, dass dafür so viele vor die Werkstore gekommen sind“.

Betriebsrat fordert Klarheit

Die Unsicherheit um den hiesigen Standort spielte bei den Redebeiträgen vor dem Faurecia-Werkstor eine wichtige Rolle. „Wir wollen wissen was mit diesem Standort passiert“, forderte etwa Betriebsratsmitglied Jürgen Bittner: „Es kann nicht sein, dass die Geschäftsleitung scheibchenweise Abteilungen verlagert und damit den Bestand am Ende soweit gefährdet, dass sie dann sagen kann, jetzt wird der Standort ganz abgebaut.“

Martin Krügel, Vorsitzender des IG Metall-Vertrauenskörpers bei Faurecia, kritisierte die Vorgänge um die Finanzabteilung: „Diesen Mitarbeitern wird gesagt, dass sie zwar hervorragend arbeiten, dass aber leider kein Potenzial für weitere Effektivitätssteigerungen mehr vorhanden sei, sodass die Jobs nach Portugal verlagert werden müssen.“ Krügel dazu weiter: „Das zeigt, dass der Kapitalismus sich dahin entwickelt hat, dass auf die Arbeitnehmer keine Rücksicht mehr genommen wird.“ ssr

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