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„Wir saufen seit 80 Jahren ab“

Bürgerinformation zum Hochwasserschutz in Stadthagen „Wir saufen seit 80 Jahren ab“

Das Interesse ist eher zurückhaltend gewesen: Lediglich rund 30 Teilnehmer, darunter sechs Ratsmitglieder, haben sich zur Bürgerversammlung zu dem in der Weststadt geplanten Hochwasserschutz eingefunden. Überwiegend ging es sachlich zu, allerdings kochten auch Emotionen hoch.

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Bauamtsleiter Gerd Hegemann (links) hat sich auf der Bürgerversammlung mit teils harschen kritischen Bemerkungen auseinanderzusetzen. 

Quelle: rg

Stadthagen. Eingangs stellte Bauamtsleiter Gerd Hegemann den für die Umsetzung des Zwei-Millionen-Projektes nötigen Bebauungsplan „Westlich des Krummen Baches“ vor. Demnach sollen, wie berichtet, auf den Ackerflächen westlich des Jahnstadions zwei große Rückhaltebecken entstehen. Diese würden im Ernstfall kontrolliert durch einen neuen Graben entlang der Straße Am Georgschacht Richtung Norden auf eine riesige Rückhaltefläche entwässert. Zusätzlich enthält der B-Plan weitere Akzente: Er beinhaltet unter anderem eine Erweiterung des Wohnmobil-Platzes am Tropicana, und hinter dem Jahnstadion sind 100 Parkplätze geplant.

In etlichen Äußerungen von Anwohnern des B-Plan-Gebietes wurde Misstrauen gegen die Planung deutlich. Mehrfach zweifelten Bürger an, dass alle Wälle, Überläufe und Durchlässe exakt genug dimensioniert sind, um Überschwemmungen auszuschließen. Hegemann versicherte, alles sei nach bestem Wissen berechnet worden.

Nach mehreren teils harschen kritischen Anmerkungen von Anwohnern der Enzer Straße, die sich auf Hochwasser-Aspekte außerhalb des B-Plans bezogen, reagierte Hegemann abwehrend: „Ich lasse nicht zu, dass hier Frust jedweder Art abgelassen wird.“ Da entfuhr es Heinz Bartels: „Wir saufen seit 80 Jahren bei Hochwasser ab, uns steht es bis hier.“ Und Horst Klein gab zu bedenken: „Hier kommt der Frust raus, weil so lange nichts passiert ist.“ Dem widersprach Hegemann, seit vielen Jahren verbessere die Verwaltung den Hochwasserschutz, das Projekt in der Weststadt schließe diese Bemühungen ab. Er appellierte an die Kritiker: „Bringen Sie bitte gegenüber den Mitarbeitern der Verwaltung, die seit Langem für den Hochwasserschutz arbeiten, ein Mindestmaß an Empathie auf und lassen Sie nicht nur Frust ab.“

Eva Burdorf empfahl, das weitere Verfahren unter größtmöglicher Beteiligung der Öffentlichkeit durchzuführen, um Misstrauen zu begegnen.

• Der B-Plan liegt noch bis zum 2. März im Rathaus aus und ist auch auf der Homepage der Stadt (www.stadthagen.de) einzusehen. Bis zu diesem Datum können noch Anregungen und Einwände bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Dazu lud Hegemann ausdrücklich ein. „Je konkreter die Eingaben sind, desto besser können sie abgewogen und gegebenenfalls eingearbeitet werden.“ Im weiteren Verlauf des Jahres wird es nach erster Überarbeitung eine zweite Auslegung geben, in der wieder Anregungen eingebracht werden können. Dazu soll es nach Ankündigung von Hegemann mindestens noch eine weitere Bürgerversammlung geben. Einen Baubeginn hält er frühestens im Jahr 2017 für möglich.

ssr

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