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Wo die Zeit still steht

Ortsspaziergang durch Wendthagen Wo die Zeit still steht

Im Schatten Jahrhunderte alter Bäume liegen gut erhaltene Höfe – die Zeit scheint still zu stehen in Wendthagen-Ehlen. Historische Fachwerkhäuser mit blühenden Vorgärten prägen das Landschaftsbild in der Gemeinde an der Bergkette. Ein Ortsspaziergang mit Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller.

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Die alten Höfe versetzten Besucher in längst vergangene Zeiten.

Quelle: tbh

WENDTHAGEN-EHLEN. „Viele Höfe wurden renoviert und werden auch heute noch genutzt“, weiß Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller. In dem Hof Nummer 1 hat sich heute ein weltweit tätiges Unternehmen angesiedelt. Eine Attraktion auf der Wiese vor dem Hof Nummer 1 waren sogenannte Grasbahnrennen. Mit Motorrädern lieferten sich die Rennfahrer spannende Duelle.

Die Gemeinde mit heute 1450 Einwohnern ist nicht nur der größte Ortsteil der Kreisstadt und hat einen eigenen Ortsrat, „Wendthagen-Ehlen ist von großer Bedeutung für den Hochwasserschutz Stadthagens“, wie die Ortsbürgermeisterin betont. Das im Jahr 2011 angelegte große Regenrückhaltebecken hinter dem Sportplatz soll die Wassermassen, die vom Bückeberg heruntergespült werden, auffangen und so verhindern, dass Stadthagen überflutet wird. Ein zweites Regenrückhaltebecken wurde dann 2014 an der Bleekstraße angelegt.

Wasser ist ohnehin ein prägendes Element für den Ort. In Wendthagen-Ehlen steht das Wasserwerk. Das Wasser aus der alten Wassermühle wurde für das Schaumburger Bier verwendet und Wanderer erfrischen sich gerne am Fürstenbrunnen von 1886. Das schwefelhaltige Wasser riecht zwar nicht besonders angenehm. Ein Schluck aus der nie versiegenden Quelle dürfte Wanderer nach einer langen Tour jedoch erfrischen. Auch die Schwefelquellen-Anlagen mit Tretbecken erfreuen sich großer Beliebtheit. Überhaupt ist der Ort am Waldrand ein beliebtes Naherholungsgebiet. Zum Verweilen für Wanderer sowie für Veranstaltungen, wie zum Beispiel der alljährlichen Sonnenwendfeier wird die 1979 vom Verkehrsverein Wendthagen-Ehlen errichtete Schutzhütte Brandshof gerne genutzt.

Wendthagen-Ehlen ist auch als Glasmacherdorf bekannt. Früher wurde das große Kohle- und Holzvorkommen zur Glasherstellung genutzt. Produziert wurde ausschließlich Grünglas zum Beispiel für Arzneimittelflaschen und andere Alltagsgegenstände. Die Glashütte am Höltjebrink, die 1818 ihren Betrieb aufgenommen hatte, steht heute noch.
Bis in die sechziger Jahre gab es am Hof Nummer 14 auch noch die alte Schmiede und sogar eine Tankstelle. Unterhalb des heutigen Feuerwehrgerätehauses stand 1881 bereits ein Spritzenhaus. Auch eine Schule gibt es heute leider nicht mehr, bedauert Ortsbürgermeisterin Koller. Aber 1694 wurde eine der ersten Schulen dort eröffnet.

Der Fortschritt kommt in Wendthagen-Ehlen aber auch nicht zu kurz. Der Fußballplatz auf Schmöen Wiese war einer der ersten mit einer Flutlichtanlage in der Kreisstadt. Und auf der Tribüne sitzen die Zuschauer auf ausgemusterten Hannover-96-Stühlen. Und wer möchte, kann nach dem Sport auch noch ein paar Schießübungen machen. An den Sportplatz ist nämlich direkt der Schießstand angegliedert.

Zwei Ortsgeburtstage werden gefeiert

Was das Alter der Gemeinde angeht, so ist Wendthagen-Ehlen mehr als 1600 Jahre alt, aber aufgeteilt, denn Ortsgeburtstage werden dort gleich zweimal gefeiert: 2003 wurde Ehlen 850 Jahre alt. Ein Stein am Feuerlöschteich erinnert daran. Wendthagen blickte 2009 auf 775 Jahre Ortsgeschichte zurück. Früher verlief durch den Ort auch die Grenze zu Hessen. Der Grenzstein mit dem Wappen des aufspringenden Löwen auf der einen und dem Nesselblatt Schaumburgs auf der anderen Seite steht immer noch. tbh

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