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Wohin mit den Nacktschnecken?

Stadthagen / Was Hobbygärtner hassen, lieben Indische Laufenten Wohin mit den Nacktschnecken?

Der feuchte Sommer bringt sie mit sich: Nacktschnecken fühlen sich in Gemüsegärten wohl und genießen gerade zur Erntezeit das reichhaltige Büffet, das sich ihnen dort bietet.

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Für die einen Graus, für die anderen ein Leckerbissen.

Quelle: Imh

Stadthagen (lmh). „Eigentlich ist es jedes Jahr dasselbe, diesmal nur etwas später“, fasst Antje Krüger, Gärtnerin vom Pflanzenhof Stadthagen, die Lage zusammen. Durch den trockenen, warmen Frühling hatten die ungeliebten Weichtiere einen schlechten Start. Dieser Effekt werde vom feuchten Sommer allerdings langsam wieder wettgemacht.

Als Gegenmaßnahme empfiehlt die Gärtnerin Schneckenkorn: „Ansonsten kann man nicht wirklich viel machen.“ Ein altes, durchtränktes Brett könne zwar effektvoll als Rückzugsort und damit Sammelpunkt für Schnecken dienen, allerdings stelle sich dann die Frage der Entsorgung. „Die meisten schneiden sie wohl kaputt. Aber da kann man natürlich auch den Tierfreunden leicht auf die Füße treten.“

Eine andere Möglichkeit hat Dieter Kellermeier gefunden: Indische Laufenten. Zwei Exemplare – ein Männchen und ein Weibchen – beherbergt der Vorsitzende des Stadthäger Gartenbauvereins in einem Gehege neben seinem Gemüsegarten. Sie sehen aus wie heimische Wildenten, besitzen aber einen ungewöhnlich langen Hals – und eine besondere Vorliebe für Schnecken. „In den Abendstunden gehe ich dann durch den Garten, sammele überall die Schnecken ab und verfüttere sie anschließend“, berichtet Kellermeier. Zu gern würden die Vögel das selbst erledigen, doch da ihr Speiseplan neben Weichtieren auch jungen Salat umfasst, wäre das kontraproduktiv.

Bereits seit einigen Jahren leisten die Enten im Kellermeierschen Garten gute Dienste. Vor zwei Jahren hat es zum ersten Mal Nachwuchs gegeben. „Da liefen hier dann noch drei Küken mit rum.“ Da sich über Zeitungsanzeigen keine Abnehmer finden ließen, verschenkte der Gartenfreund die Küken schließlich an den „kleinen Zoo am Krater“ in Bad Nenndorf. Sollte sich doch noch ein Bedarf an den biologischen Schneckenvertilgern ergeben, hält er eine Zucht für nicht ausgeschlossen: „Theoretisch wäre das möglich.“

Hunger leiden müssen Kellermeiers Nutztiere in den kommenden Wochen jedenfalls nicht, und auch für die folgenden Jahre prophezeit Krüger keinen Rückgang der Schädlinge: „Nacktschnecken sind auf dem Vormarsch. Weniger wird das nicht.“

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