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Wozu die Treppen?

„Stadthagen ist zu vollgestellt“ Wozu die Treppen?

Der Marktplatz ist für Stadthagen ein „richtiges Pfund“, sagt Klaus Schulze. Und er muss es wissen, betreibt er doch das Büro B.S.L. Landschaftsarchitekten in Soest. Die Firma ist von der Stadt mit der Erarbeitung eines Gestaltungskonzeptes für die Fußgängerzone betraut. „Stadthagen ist zu vollgestellt“, meint der Gestalter.

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Die Treppen auf dem Marktplatz empfindet Landschaftsarchitekt Klaus Schulze als störend.

Quelle: rg

Stadthagen. Erste Vorstellungen hat Schulze bereits Mitte Juni beim zweiten „Forum Innenstadt“ vorgestellt. Vier Varianten hat der Landschaftsarchitekt gemeinsam mit einer Kollegin erarbeitet – „wir haben darin einfach unsere Eindrücke, die wir nach einem ersten Besuch Stadthagens gesammelt haben, verarbeitet. Also mit einem unverstellten Blick und einem geschulten Auge“. Schulze macht aber ganz klar, dass er nicht davon ausgeht, dass eine dieser Modelskizzen so eins zu eins umgesetzt wird. „Uns ging es nur darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was alles möglich ist und zur Diskussion zu stellen.“

Pflasterung macht komischen Eindruck

Dennoch seien schnell erste Prioritäten erkannt worden: „Stadthagen ist zu vollgestellt.“ Dies betreffe sowohl den doch eigentlich sehr großen Marktplatz – der durch die vielen Einbauten zerstückelt werde – als auch die Obernstraße. Diese mache aufgrund ihrer Pflasterung „einen komischen Eindruck“. Das Pflaster in der Mitte, das die Fahrbahn signalisiere, sei sehr schmal im Vergleich zu den Gehwegen. Neben den Proportionen stören den Experten auch die „unendlich vielen Elemente“: kleine eingefasste Bäume, Blumenkübel, Leuchten, Poller und vieles mehr.

Wenn man irgendwo anfange würde mit dem Umbau, dann am Marktplatz, „weil er für die Stadt von essenzieller Bedeutung ist und der Verbindung von Hagemeyer bis Obernstraße darstellt“. Als problematisch hat Schulze die Treppen auf dem Marktplatz identifiziert: „Anstatt, dass man eben durchgehen könnte, geht es runter, rauf, runter und wieder rauf. Dabei helfen die Treppen bei nichts, sondern stören nur.“ Außerdem wirke der Ort, der aus den achtziger Jahren stammt und doch eigentlich die „Bühne der Stadt“ darstelle, sehr unruhig und zugestellt. „Überall steht etwas, was ich mir nicht erklären kann.“

Die große Bedeutung, die das Kaufhaus Hagemeyer für die Stadt habe, werde durch die Anbindung keinerlei Rechnung getragen. „Man hat den Eindruck, dass man am Ende der Fußgängerzone ist“, erläutert Schulze das Problem.

Wasserspiel vorgesehen

Dass Bäume einen Platz beleben können, weiß Schulze, aber es komme auf die Anordnung und den genauen Standort an. „Wir haben verschiedene Vorschläge gemacht, mal in der Mitte, mal als Block gegenüber der Sparkasse, als auf der Nordseite oder einzelne große Bäume auf dem Platz verteilt. In allen Varianten sei auch ein Wasserspiel vorgesehen, vorzugsweise auf dem Boden eingelassenen Düsen. „Das sieht nicht nur schön aus, sondern macht Kindern auch großen Spaß.“ Gleichwohl gebe es bereits einen Brunnen, an dem jedoch offenbar niemand wirklich hänge. So hatte Schulze zumindest die Stimmung während des Forums interpretiert.

Erfreulich findet Schulze, dass es viele Gastronomen am Marktplatz gebe, die mit ihrer Außengastronomie Leben auf den Platz bringen. „Es muss darüber hinaus aber auch Sitzmöglichkeiten für Besucher geben.“ Und dies nicht nur direkt auf dem Marktplatz, sonder auch im Bereich der Volksbank und an der Obernstraße.

Dass es nicht darum gehe, Luftschlösser aufzubauen, sei allen Beteiligten klar: „Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wäre es einfacher, aber so müssen wir genau schauen, was machbar ist.“ Im nächsten Schritt sollen nach der Sommerpause die Mitglieder des Bauausschusses über die Möglichkeiten einer Neugestaltung informiert werden. col

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