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Zähes Ringen um den Bahnhof

Teilerfolg der Stadt: Die Parkplätze sollen bleiben Zähes Ringen um den Bahnhof

Teilerfolg: Die Parkplätze am Bahnhof dürften erhalten bleiben. Das ist das Ergebnis eines Treffens von Bürgermeister Oliver Theiß und Kämmerer Jörg Schädel mit einem Vertreter des Frankfurter Verwalters, der das Gebäude im Auftrag der Luxemburger Firma Patron Elke S.a. r. L. betreut. Am Zustand des Gebäudes selbst wird sich aber wohl vorerst nichts ändern.

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Was wird aus dem Bahnhof? Fest steht: Der aktuelle Besitzer wird kein Geld hineinstecken, weil er sowieso wieder verkaufen will.

Quelle: Achriv: rg

Stadthagen. Theiß beschreibt die Verhandlungen mit dem Mitarbeiter der Main Asset Management mit Sitz in Dreieich in der Nähe von Frankfurt/Main als „zäh“. Der Bürgermeister: „Es gibt keinen Willen, zu investieren.“ Argument aus Frankfurt: Der Bahnhof wird sowieso weiterverkauft.

 Das Zugeständnis bezüglich der Parkplätze habe man sich „hart erkämpft“, so Theiß. Aber schließlich lasse sich die gesamte Liegenschaft – Bahnhofsgebäude und zugehöriger Parkplatz – auch leichter verkaufen, wenn Letzterer intakt ist. Für einen Betrag „im untersten fünfstelligen Bereich“ sollen die Parkplätze verkehrssicher gehalten werden. Die Hälfte davon zahlt Main Asset, die andere Hälfte die Stadt. Eine so lautende Vorlage für einen Vertrag hat der Main Asset-Vertreter mit nach Frankfurt genommen. Theiß sei zuversichtlich, dass dem Entwurf dort zugestimmt wird.

 „Die Main Asset Management GmbH berät bei der Entwicklung, der Vermietung und dem Verkauf von Immobilienobjekten und Liegenschaften – mit dem Ziel der Wertsteigerung“, lautet die Eigendefinition der Verwalter auf deren Internetseite. Der Bürgermeister ist skeptisch. „Wenn der Bahnhof sich so leicht verkaufen ließe, wäre das wohl inzwischen geschehen.“

 Wer kauft Bahnhöfe? Theiß: „So richtig konnte er uns die Frage nicht beantworten.“ Nur soviel: Es gebe Investoren, die Bahnhöfe gleich massenweise aufkauften. „Immobilien-Fonds ohne eigentliches Interesse am Gebäude selbst“, mutmaßt Theiß. Veränderung zur Situation jetzt: Null.

 So werden den Besucher in Stadthagen, sofern er mit dem Zug anreist, weiterhin kaputte Türen und zersplitterte Schaukästen in Empfang nehmen. Natürlich könnte die Stadt auch selbst aktiv werden und den Innenbereich des Bahnhofgebäudes sanieren – dazu, sagt Theiß, müsse man den Besitzer aber erst um Erlaubnis fragen. Die Stadt übernehme am Bahnhof bereits jetzt Aufgaben, die eigentlich nicht die ihren seien.

 Die Deutsche Bahn hat sich 2004 von einer Vielzahl an Bahnhofsgebäuden getrennt. Den Zuschlag erhielt vielerorts die First Rail Estate. Die Firma wollte die Gebäude unter Berücksichtigung kommunaler Belange entwickeln. Wenige Jahre später trennte sich First Rail Estate wieder von den Immobilien. Käufer war in vielen Fällen die Londoner Kapitalgesellschaft Patron Capital Advisers. Einige Ensembles wurden an Patron Elke S. a. r. L. weitergereicht. Seitdem häuft sich bundesweit die Kritik von Bürgern und Kommunen am Umgang mit den Bahnhöfen.

 Dass die Stadt das Gebäude kauft, scheint unwahrscheinlich. Zunächst einmal müsste ein schlüssiges Konzept her. Also doch lieber auf eigene Kosten für jemand anderen klar Schiff machen? Beraten und entscheiden müsse die Politik, sagt Bürgermeister Theiß. „Wir müssen uns jetzt fragen, was uns das wert ist.“

 Der Main Asset-Vertreter wollte sich zum Gespräch in Stadthagen nicht in den SN äußern. jcp

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