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Zehn Container Müll weggeschafft

Chaos in geplanter Flüchtlings-Wohnung Zehn Container Müll weggeschafft

Riesige Mengen an Müll, Schutt und vergammelten Lebensmitteln his hin zu Fäkalien mussten weggeschafft werden: Richtig heftig zu tun haben Mitarbeiter der Kreiswohnungsbaugesellschaft und Handwerker, um eine von insgesamt vier für die Unterbringung von Flüchtlingen vorgesehenen Wohnungen eines Hauses an der Seilerstraße in einen guten Zustand zu bringen.

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Alles voller Müll: Chaotisch hat es in der besetzten Wohnung an der Seilerstraße ausgesehen. 

Quelle: Archiv

Stadthagen. Ende Januar soll alles fertig sein, einen Monat später als ursprünglich geplant. Die Wohnbau hatte das eigentlich leer stehende Haus gekauft. Wie berichtet, stellten die Mitarbeiter Mitte November aber fest, dass eine der Wohnung „gleichsam besetzt war“, wie Wohnbau-Geschäftsführer Heinz-Helmut Steege es formuliert. Nach der gewaltsamen Öffnung bot sich ein desaströses Bild: Der Abfall stand bis zu einem Meter hoch.

„Zehn randvolle Container mit Müll haben wir zur Deponie gebracht“, erzählt Steege. Für die Entrümpelung der Wohnung „haben zwei Mitarbeiter drei Tage gebraucht“. Abfall habe man im ganzen Haus gefunden, besonders im Keller, „wo jede Menge alter Teile von Autos, Mopeds und Fahrrädern lagerten“.

Besonders kurios und unschön: Entdeckt wurde auch ein nachträglich ins Dachgeschoss eingebautes Badezimmer. Von diesem führte nach Darstellung Steeges ein Abflussrohr in einen Zwischenboden, in den Abwasser und Fäkalien geleitet worden waren.

Durch Arbeitsaufwand sowie Deponie- und Containergebühren seien allein für die Entrümpelung unvorhergesehene Kosten von rund 7000 Euro angefallen, rechnet der Geschäftsführer vor.
Bei der besetzt gewesenen Wohnung sei eine Komplett-Sanierung erforderlich, berichtet er. Unter anderem waren Türen beschädigt, der Fußboden wies zahllose Brandlöcher auf, Heizungsrohre waren geplatzt. Bei den anderen drei Wohnungen seien jeweils Reinigung und Malerarbeiten ausreichend. Die Kosten für die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten beziffert Steege auf insgesamt 30 000 Euro, „der Löwenanteil davon fällt auf die besagte Wohnung“.

Zu den früheren illegalen Bewohnern bekommt die Wohnbau laut Steege keinen Kontakt: „Wir haben keine Adresse.“ Der Geschäftsführer weiß nur, dass es sich um zwei Geschwister „einer vollkommenen gespaltenen Familie“ handelt, die dort nach der Zwangseinweisung ihrer verwirrten Mutter einfach weitergewohnt hatten. Natürlich würde die Wohnbau den Verursachern des Chaos die Kosten gerne in Rechnung stellen, aber: „Wir kommen an die nicht heran – und selbst wenn, wäre bei denen mutmaßlich kein Geld zu generieren.“

Noch bis Ende Januar werden die Handwerker nach Darstellung Steeges zu tun haben, um die Wohnungen in einen einwandfreien Zustand zu bringen: „Der Landkreis als Mieter soll für die Flüchtlinge gut bewohnbare Wohnungen zur Verfügung gestellt bekommen“, bekräftigt der Geschäftsführer. ssr

 

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