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Zehn Jahre Umsonstladen

Stadthäger Einrichtung Zehn Jahre Umsonstladen

Der Umsonstladen in Stadthagen feiert zehnjähriges Bestehen. Insgesamt hat das heute 32-köpfige Team in dieser Zeit 95.000 Euro an Spenden eingenommen. "Ein Ort der Kommunikation" " sei entstanden, lobt der Schaumburger Landrat Jörg Farr.

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Christina Lingner (links) stellvertretende Vorsitzende des Umsonstladens, bedankt sich bei der Vorsitzenden Gabi Meyer für ihren unermüdlichen Einsatz. 

Quelle: col

STADTHAGEN. „Die Zeit verlängert sich für alle, die sie zu nutzen verstehen“, griff Gabi Meyer auf ein Zitat des italienischen Malers Leonardo da Vinci zurück, wie sie zu ihrem Posten als Vorsitzende des Umsonstladens Stadthagen gekommen ist. Als sie vor elf Jahren in Rente gegangen sei, habe sie etwas gesucht, um sich sinnvoll zu betätigen. Von Jürgen Lingner, der als Initiator des Umsonstladens gilt, hörte sie von dem Projekt. 20 Mitstreiter fanden sich zusammen, um den Laden ins Leben zu rufen. Auch heute noch seien viele dabei – und viele weitere sind dazugekommen, die gestern das zehnjährige Bestehen gefeiert haben.

Heute blicken die aktuell 32 Mitglieder auf 1100 Öffnungstage und 95.000 Euro an eingenommenen Spenden zurück. 25 Prozent der Einnahmen seien an soziale Einrichtungen weitergeleitet worden. „Die Spendenbereitschaft ist nach wie vor groß“, freut sich Meyer. So seien einmal drei Wannen mit Kosmetikartikeln, alle originalverpackt, gespendet worden. Gleich zu Anfang habe ein Brautpaar einen Teil ihrer Hochzeitsgeschenke gebracht. „Die hatten sie einfach doppelt“, erinnert sich Schatzmeister Christian Jürgens. Und besonders kurios: In einer Geldkassette haben die Ehrenamtlichen einen Zahn mitsamt Wurzel und Goldfüllung gelegen. Acht Euro habe dieser gebracht.

Weniger schön sei, wenn das Projekt als Entsorgungsstation missverstanden werde, „aber das wuppen wir gemeinsam“. Mittlerweile werde das Geschäft an der Klosterstraße nicht nur als Laden wahrgenommen, sondern auch als Treffpunkt, um in der Kaffeeecke einen Plausch zu halten.
Und auch die Mitglieder des Umsonstladens-Vereins setzen auf Geselligkeit. Deswegen blicken sie auf zahlreiche Ausflüge zurück, die sie in den vergangenen Jahren unternommen haben. Für die Vorsitzende ist klar, dass nur so der Zusammenhalt gehalten werden könne.

Initiator Lingner freut sich, dass das Projekt eine solche Erfolgsgeschichte sei. „Ich war am Anfang ängstlich, ob wir das, vor allem finanziell, wuppen können.“ Dies sei ohne das Engagement vieler Stadthäger nicht zu schaffen gewesen, „und natürlich ohne unsere Gabi, die von Anfang an die Chefin war“. Als die Idee, die sich gegen die Wegwerf-Gesellschaft richtet, einmal im Raum stand, haben sich die Mitstreiter Rat von Außen geholt. So hat die Gruppe etwa den Umsonstladen in Bad Münder besucht, der 2003 eröffnet worden ist. Die Vorsitzende Monica Gräfin Adelmann sei auch nach Stadthagen gekommen, um über die Arbeit zu sprechen.

Damit das Geschäft in Stadthagen schnell eröffnet werden könnte, ist die Alte Polizei mit ins Boot geholt worden, die den Mietvertrag für das Ladengeschäft unterschrieben hat. Ein Jahr später ist der Umsonstladen-Verein gegründet und der Mietvertrag übernommen worden.

Jörg Farr: Bedarf mit Flüchtlingen gestiegen

Dem ehrenamtlichen Engagement zollte auch Landrat Jörg Farr gestern mit seinem Kommen Respekt. „Die Menschen haben einen Ort der Kommunikation geschaffen und bieten die Möglichkeit, Dinge weiter sinnvoll zu nutzen, satt sie wegzuwerfen.“ Mit den Flüchtlingen sei der Bedarf noch gestiegen.

Und während sich der Landrat Zeit für die kleine Geburtstagsfeier genommen hat, bedauerten es die Vorstandsmitglieder, dass kein Vertreter der Verwaltung der Einladung gefolgt war. Sie würden sich grundsätzlich wünschen, mehr ins Bewusstsein der Verwaltung zu rücken, „schließlich ziehen wir mit unserem Angebot ja auch Menschen von außerhalb an“, so Meyer.

col

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