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Zehntscheune bald unter Vereins-Regie?

Stadthagen Zehntscheune bald unter Vereins-Regie?

Gemälde-, Foto- und Objektausstellungen, Filmabende, ein Konzert: Die Zehntscheune hat sich im vergangenen Jahr als Kulturort etabliert. Organisiert hatten die Veranstaltungen zwei Personen. Jetzt soll die Arbeit auf eine breitere Basis gestellt und ein Verein gegründet werden, der sich der Ausgestaltung und Nutzung der Scheune annimmt.

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Noch ist das Tor verschlossen: Die erste Ausstellung in der Zehntscheune eröffnet am 27. April mit Werken von Thomas Ritter.

Quelle: rg

Stadthagen. Die Bilanz 2015 kann sich sehen lassen: 60 Ausstellungstage zählte die Saison, insgesamt 1287 Besucher kamen. Allein am Tag der Weserrenaissance interessierten sich 287 Leute für die Fotoausstellung „Spurensicherung“. Im Frühsommer zeigte der Hannoversche Künstler Norbert Schittek seine Gemälde, im Sommer stellten heimische Künstler unter der Überschrift „Ansichtssachen“ aus. Es gab ein Freiluftkonzert und zwei Abende mit kunstvollen Scherenschnittfilmen.

Der Bespielung der Zehntscheune widmeten sich im Auftrag der Stadt und als ehrenamtliche Kuratoren Darjush Davar und Antje Langner, beide beruflich im Bereich Grafik, Kunst und Gestaltung tätig. Langner und Davar wollen jedoch nicht weiterhin als einzige ihre Ideen einbringen. „Das wäre, als wenn ich als Musiker alle Stimmen eines Orchesterwerkes allein einspielen würde“, verbildlichte Davar im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der Obernkirchener, der sich für die Gründung des Vereins einsetzt, erhofft sich in dem neuen Gebilde eine Kooperation mit anderen Kulturvereinen und Kulturschaffenden in Stadthagen, so der Alten Polizei und dem Museum Amtspforte in der Nachbarschaft sowie den Vereinen Kultur und Renaissance Stadthagen. Auch die Politik soll mit ins Boot.

Ein Konzept zur Vereinsgründung ist bereits formuliert. Laut Davar haben im Vorfeld außerdem informelle Gespräche mit der Alten Polizei stattgefunden. Dabei wurde auf Anraten von Klaus Thorwesten, Regionalberater der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziokultur Niedersachsen, die Idee verworfen, die Aufgaben des Vereins in einem gesonderten Arbeitskreis der Alten Polizei unterzubringen. Ein neuer Verein habe einen stärkeren Aufforderungscharakter zum Mitmachen und biete mehr Chancen, an Fördermittel heranzukommen.

Diese Chance sieht Davar durchaus – über gute Programme. Der Obernkirchener: „Es gibt genügend Fördergelder und Stiftungstöpfe. Du musst nur vorlegen.“ Fachkenntnisse in der Konzeption von Ausstellungen und anderen Veranstaltungen in der Zehntscheune sind dazu laut Davar unbedingt vonnöten. Für die Programmgestaltung soll darum im Verein ein Kurator eingesetzt werden, dem ein Beirat zur Seite steht. Die Rolle des Vorstandes sieht Davar im Netzwerken und in der formalen Vereinsführung.

Persönlich wünscht sich Davar, der das Kulturjahr 2016 für die Zehntscheune bereits geplant hat, dass künftig in dem historischen Gebäude nicht nur „Kunst an den Wänden“ gezeigt wird.

Alltagskunst will Davar in den Blick rücken, zum Beispiel die Geschichte eines Möbelstücks. Dieses spezielle Ausstellungskonzept will er mit der Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit (Siga) umsetzen.

Für die Saison 2016 sind zwei reine Kunstausstellungen und zwei Ausstellungen mit Alltagskunst geplant. Bei Letzteren könnte es neben dem Möbelprojekt um fotografierte Stadtansichten gehen, so Davar. Jede Ausstellung dauert sechs Wochen. Der Saisonabschluss 2016 bringt Flair aus Übersee: Aus Argentinien kommen zwei Maler und ein Fotograf nach Stadthagen, die sich in der Zehntscheune dem Thema Wilhelm Busch, speziell Max & Moritz, widmen. Zum Jahresausklang kann sich Davar eine Bienale mit Schaumburger Künstlern zu einem bestimmten Thema vorstellen.

Die erste Vernissage der Saison ist für Sonntag, 27. April, um 11 Uhr geplant. In der Zehntscheune zeigt der Maler Thomas Ritter aus Messenkamp seine Bilderwelt, in der Übergänge von Licht zu Dunkelheit eine Rolle spielen. Ritters Werke sind bis zum 3. Juli in der Zehntscheune zu sehen. sk

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