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Stadthagen Stadt Zeit spielt für den Angeklagten
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Zeit spielt für den Angeklagten
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00:24 24.03.2018
Stadthagen/Bückeburg

Hintergrund: Mit den Jahren nimmt der Strafanspruch des Staates ab. Das Gericht war Staatsanwalt Ulf Kranitz gefolgt, der seinen Antrag entsprechend begründet hatte. In erster Instanz hatte das Schöffengericht in Stadthagen zweieinhalb Jahre Haft verhängt. Beim Schuldspruch wegen versuchten Raubes und gefährlicher Körperverletzung bleibt es.

 Dass es so lange gedauert hat, hängt mit der Überlastung der Justiz zusammen. Zeitweise war in Stadthagen ein einziger Richter für sämtliche Strafsachen zuständig. Heute sind es zwei.

 Damit die Entscheidung nicht bloß auf dem Papier steht, soll der verurteilte Stadthäger 150 Stunden gemeinnützig arbeiten. Das Gericht hält den 28-Jährigen für überführt. „Dies beruht entscheidend darauf, dass der Nebenkläger den Angeklagten bei einer Wahllichtbildvorlage wiedererkannt hat“, erklärte Richter Axel Schulte, Vorsitzender der Kammer.

Frau soll Unternehmer in die Falle gelockt haben

 Beim Nebenkläger handelt es sich um einen Bauunternehmer aus Osnabrück, den der Stadthäger und ein Komplize überfallen haben sollen. Sechs Tage nach der Tat waren dem Opfer bei der Polizei neun Fotos vorgelegt worden. Der Mann zeigte sofort auf das Bild des 28-Jährigen, wobei ihm Tränen in die Augen schossen.

 Eine Frau soll den Unternehmer damals in die Falle gelockt haben, nachdem beide zuvor ein Restaurant in Bad Nenndorf besucht hatten. Davon geht das Gericht aus. Fest steht: Die Frau und der Angeklagte kennen sich recht gut.

 Vom Handy der Stadthägerin war an jenem Abend im Juni 2013 ein anderes Mobiltelefon angerufen worden sein, das auf den Namen der Schwägerin eines Mannes lief, der mit dem Angeklagten eng befreundet war. Dies könnte der zweite Täter gewesen sein. Das Handy des jetzt verurteilten Stadthägers war damals in derselben Funkzelle eingeloggt.

 Zwei Männer hatten den Unternehmer nachts im Schlosspark abgepasst, geschlagen und getreten. Seine Geldbörse, gefüllt mit mehr als 1000 Euro, konnte der Osnabrücker verteidigen, erlitt dabei allerdings Verletzungen.

Neue Chance für Angeklagten

Während der Urteilsbegründung schüttelte der Angeklagte immer wieder mit dem Kopf. „Wir haben Sie nicht ganz aufgegeben, sondern meinen, dass es aufwärts gehen könnte“, sprach Richter Schulte ihn am Ende direkt an. „Sie können Ihr Leben noch in den Griff kriegen. Sie müssen es nur wollen.“

 Das Vorstrafenregister des Mannes umfasst acht Einträge. Zur Tatzeit stand er wegen eines Drogendeliktes unter Bewährung. Seit dem Überfall im Schlosspark sind allerdings keine neuen Verurteilungen hinzugekommen. Außerdem geht es dem 28-Jährigen heute finanziell deutlich besser. ly

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An den Stadthäger Schlosspark hat ein Bauunternehmer aus Osnabrück keine guten Erinnerungen. 2013 ist er dort von zwei Männern überfallen und verprügelt worden. Ein 28-jähriger Stadthäger wurde in erster Instanz zu zwei Jahren Haft verurteilt. In einem Berufungsverfahren bestreitet er nun die Tat.

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