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Zeugen unter Druck gesetzt

Gerichtsprozess Zeugen unter Druck gesetzt

Das Verfahren gegen einen 45-jährigen Tätowierer aus dem Norden Schaumburgs wegen Nötigung und Körperverletzung ist am Donnerstag vorm Amtsgericht vorläufig eingestellt worden.

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Quelle: dpa

Stadthagen. Der Angeklagte, der bereits vorbestraft ist, muss sich nämlich voraussichtlich noch wegen weit umfangreicherer Vergehen vor dem Schöffengericht verantworten. „Mit Bedenken könnte ich dem zustimmen“, entgegnete Richter Kai Oliver Stumpe dem Pflichtverteidiger Ralf Jordan, der die Einstellung beantragt hatte und auch die Staatsanwältin überzeugen konnte.

 Dafür ließ der Richter nach der Sitzung die Polizei anrücken, um die Personalien einer Handvoll Kumpels des Angeklagten aufzunehmen, die sich auf den Zuschauerplätzen niedergelassen hatten. Sie sollen kurz vor der Verhandlung einen Zeugen mit den Worten „überleg dir, was du aussagst“ unter Druck gesetzt haben. Die Polizei wird jetzt wegen versuchter Nötigung gegen die Männer ermitteln.

 Der besagte Zeuge steht unter besonderem Schutz. Laut Auskunft des Richters habe er sich früher im Dunstkreis des Angeklagten aufgehalten und später die Seiten gewechselt. Stumpe hatte den Zeugen deshalb vor der Verhandlung in einem anderen Gebäudeteil des Amtsgerichtes unterbringen lassen, um eine Konfrontation mit dem Angeklagten und dessen Begleitern zu vermeiden. Die Freunde des Angeklagten sollen den Zeugen allerdings bereits bei der Ankunft auf dem Parkplatz abgefangen und an dessen Autotür geklopft haben, um ihn zu beeinflussen.

 Verteidiger Jordan hatte nicht nur das Gericht überzeugt, das Verfahren vorläufig einzustellen, sondern auch seinen Mandanten davon, den Widerspruch gegen einen anderen Strafbefehl fallenzulassen. Der 45-Jährige, der inzwischen in Obernkirchen wohnt, war unter Einfluss von Kokain mit seiner Kawasaki ZZ-R 1100 Mitte Februar 2014 in Bad Nenndorf erwischt worden und musste den Führerschein abgeben. Außerdem war er dafür zu 30 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt worden. Jordan führte aus, dass sich der 45-Jährige einer Therapie unterzogen habe und sich darüber hinaus regelmäßig auf Drogeneinnahme untersuchen lasse. In dieser Hinsicht habe er sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen.

 Die relativ geringe Geldstrafe resultiert daraus, dass der Tattoo-Stecher nach eigenen Angaben unregelmäßige Einkünfte habe, da er sein Studio in Nordschaumburg nur als Teilerwerb betreibe, und sich ansonsten um seine zehnjährigen Kinder kümmere. Den Hauptteil zum Einkommen steuere die Ehefrau bei. bab

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