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Zoff um die „Kaffeemühlen“-Villen

Stadthagen / Villenviertel Zoff um die „Kaffeemühlen“-Villen

Soll das Villenviertel seinen Charakter verändern – und wenn ja, wie? Diese Frage treibt derzeit die Baupolitiker des Rates und das städtische Bauamt um.

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Steine des Anstoßes: die für eine Erweiterung vorgesehene Villa an der Bürgermeister-Ocker-Straße.

Quelle: fwi

Stadthagen (ssr). Auslöser des Konflikts ist ein größeres Erweiterungsvorhaben an der Bürgermeister-Ocker-Straße. Die Lenz Häuser GmbH (Bückeburg) möchte dort eine Villa erheblich ausbauen. Sowohl die Höhe des Hauses, vor allem aber die Gebäudefläche, würden diesen Plänen nach deutlich zunehmen.
Dagegen wehren sich Grundstücksnachbarn. Mit 16 mal 18 Meter würde die Grundfläche des Erweiterungsbaus um ein gutes Drittel größer sein als jene charakteristischen, wegen ihrer Bauform „Kaffeemühlenhäuser“ genannten Villen aus den Dreißiger Jahren, rechnen Margit Tatusch und Karl-Heinz Plener vor und warnen: „Der homogene Charakter des Villenviertels, insbesondere das bislang ausgewogene Verhältnis von Garten- und Grünfläche zur überbauten Fläche, ginge verloren.“ Auch unmittelbare Nachteile für sich selber führen die Nachbarn in ihrer Stellungnahme im Baugenehmigungsverfahren an. Der größere Bau würde für sie zu „verheerenden Konsequenzen“ führen, zu einer „fast ganzjährigen kompletten Verschattung“.
Aus diesen Gründen haben die Nachbarn den Erlass einer sogenannten Veränderungssperre vorgeschlagen, um Bauamt und Rat die sorgfältige Erarbeitung eines neuen Bebauungsplans für das Villenviertel zu ermöglichen. Für die Dauer der Sperre wäre jede bauliche Veränderung, also auch das aktuelle Lenz-Projekt, untersagt.
Auf Anraten der Verwaltung hat sich der Planungs- und Bauausschuss des Rates aber gegen eine Veränderungssperre ausgesprochen. Maßgebend dafür sind nach den Worten von Bauamts-Vize Stefanie Schädel baurechtliche Feinheiten. Diese würden dem Investor, der für diesen Fall juristische Schritte bereits angekündigt habe, beim Gang vors Gericht gute Chancen einräumen.
„Wir müssen auch nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen“, warf Siegfried Voigt ein. Namens der Ratsgruppe SPD/Grüne schlug er vor, die Genehmigung des Bauvorhabens um ein Jahr zurückzustellen, juristisch aus Sicht der Stadt eine unproblematischere Lösung. Heiko Tadge (CDU) stimmt zu und argumentierte wie Voigt: Erforderlich sei, im dadurch gewonnenen Jahr ein schlüssiges städteplanerisches Konzept für das Villenviertel zu erarbeiten, und zwar bis zum Sommer 2013.
Wahrscheinlich sei die flächendeckende Veränderung des Baukonzepts aus den dreißiger Jahren angesagt. Wenn ja, sei aber die Frage, wieweit und in welche Richtung diese gehen sollte. Lothar Biege (FDP) forderte die intensive Beteiligung der Eigentümer. Der Ausschuss beschloss einmütig, das Genehmigungsverfahren für das Lenz-Projekt um ein Jahr aufzuschieben.

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